Innsbruck: Das HI-Virus zerstören, ohne dem Körper zu schaden

24. Mai 2001, 18:07
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Innsbruck - Ein Forschungsprojekt des Innsbrucker Hygiene-Institutes beschäftigt sich mit der Zerstörung des HI-Virus, ohne dabei die eigenen Zellen des Körpers in Mitleidenschaft zu ziehen. Der "Schutzmechanismus" des HIV soll "aufgeknackt" werden, um dann das Virus vernichten zu können, erklärte der zuständige Wissenschafter Heribert Stoiber. "Wenn alles gut läuft", könnte der Vorgang "in etwa fünf Jahren" am Menschen getestet werden.

Das Hauptproblem sei, dass sich das HI-Virus vorerst gegen die "Komplementantwort" (also den aktivierten Teil des Immunsystems) resistent zeige. Darüber hinaus bediene sich der Virus ähnlicher Mechanismen, wie der menschliche Körper.

Das seit einem Jahr vom österreichischen Forschungsfonds geförderte Projekt werde in Zusammenarbeit mit der Universität für Bodenkultur (Boku) in Wien sowie ausländischen Universitäts-Partnern (wie etwa in Europa und USA) und zuerst am Tier durchgeführt. Tiere haben zwar die gleichen Moleküle wie Menschen, erklärte Stoiber, können jedoch nicht am (menschlichen) HI-Virus (Human Immuno-deficiency Virus) erkranken. Daher müsste für "jede Spezies" eigens adaptierte Proteinbestandteile entwickelt werden, die in der Folge den jeweiligen Lebewesen injiziert werden.

Im Zuge des Projektes werden vorerst Konstrukte hergestellt, die an einer Maus angewendet werden. Dies sei bis jetzt noch nie irgendwo gelungen, betonte Stoiber. Im Zuge der Versuche werden die Mäuse nicht mit HI-Viren infiziert (weil sie dagegen resistent sind), sondern mit Pneumokokken. Anhand der Konstrukte soll gezeigt werden, "dass das System prinzipiell arbeitet". Erst danach wollen die Wissenschafter versuchen, diesen Vorgang am Affen und schließlich auch am Menschen anzuwenden, wofür "humanadaptierte Proteine" notwendig seien. (APA)

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