"Qualitätskontrolle" bei Embryonen aus dem Reagenzglas

24. Mai 2001, 17:10
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Amerikanische Forscher wollen eine neue Methode der künstlichen Befruchtung anwenden

London - Mit einer neuen Technik wollen amerikanische Forscher die künstliche Befruchtung erleichtern und so geschaffene Embryonen künftig schneller nach ihrer "Qualität" sortieren können. Dazu entwickelten die Wissenschafter eine Art Glas-Chip, berichtete die britische Zeitschrift "New Scientist". Mit ihrem Chip wollen David Beebe (University of Wisconsin) und Matthew Wheeler (University of Illinois) die natürlichen Bedingungen einer Befruchtung und die darauf folgenden Schritte genau nachahmen.

In einem Netz feiner Kanäle haben sie Mäuse-Embryonen dabei in unterschiedliche Lösungen gepumpt, die von der Befruchtung der Eizellen bis zur Vorbereitung der Embryonen zum Einsetzen in den Mutterleib nötig sind. Binnen 48 Stunden seien im Versuch so drei Viertel einer Reihe Embryonen reif für die Implantation gewesen. Während der Entwicklung könnte jeder einzelne Embryo dabei lückenlos beobachtet werden.

Dies erleichtere es, Exemplare "minderer Qualität" (...) oder mit genetischen Fehlern vor der Implantation auszusortieren, schreibt das Magazin. Die ethisch umstrittene Präimplantationsdiagnostik (PID) könne so erleichtert werden. In Deutschland ist die PID verboten, wird derzeit aber stark diskutiert. Die neue Technik soll dem Bericht zufolge zunächst für die Viehzucht - in einem späteren Stadium aber womöglich auch beim Menschen angewandt werden. (APA/dpa)

"New Scientist" (Nr. 2292, S. 4).
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