Wie Säuglings-Diabetes entsteht

24. Mai 2001, 17:04
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Ein genetischer "Defekt" unterbindet die Produktion des Enzyms Glukokinase

Chicago/Bergen/Mailand - Ein genetischer Defekt verursacht bei Säuglingen angeborenen Diabetes. Dieser Fehler führt dazu, dass die betroffenen Kinder keine körpereigene Produktion des Enzyms Glukokinase aufweisen. Das haben Wissenschafter der Universität von Chicago (USA), Bergen (Norwegen) und des San Raffaele-Forschungsinstituts in Mailand entdeckt.

Der Glukokinase-Defekt tritt mit einer Häufigkeit von einem Fall auf 400.000 Babys auf. Das Enzym spielt eine zentrale Rolle in der Regulierung des Blutzuckerspiegels. Bereits im Jahr 1992 hat der US-Wissenschafter Graeme Bell (Chicago) entdeckt, dass bei einer Sonderform von Typ-2-Diabetes ("Altersdiabetes"), die aber schon bei jungen Erwachsenen auftritt (MODY - Typ-2-Zuckerkrankheit mit Erstauftreten bei jungen Menschen, Anm.), ebenfalls ein Fehler im Glukokinase-Gen vorliegt. Er ist allerdings schwächer ausgeprägt als bei den Neugeborenen.

Die Wissenschafter publizieren ihre Resultate in der neuesten Ausgabe der US-Medizin-Fachzeitschrift "The New England Journal of Medicine". Bell: "Wir glauben, dass dieser Gendefekt die häufigste Ursache für eine bleibende Zuckerkrankheit bei Säuglingen ist. Man sollte Kinder mit Diabetes darauf untersuchen."(APA)

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