Ibarretxe: "ETA will Verluste an den Urnen wettmachen"

24. Mai 2001, 16:22
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Innenminister Rajoy hält Tage der Terroristen für "gezählt"

San Sebastian/Wien - Der jüngste Anschlag der baskischen Separatistenorganisation ETA, bei dem der Finanzdirektor der ETA-kritischen Tageszeitung "El Diario Vasco" erschossen wurde, hat am Donnerstag zahlreiche politische Reaktionen hervorgerufen. "ETA will ihre Verluste an den Urnen wettmachen", sagt der Chef der baskischen Regionalregierung, Juan Jose Ibarretxe, laut Medienberichten in Anspielung auf das Ergebnis der jüngsten Kommunalwahlen.

Dabei hatte die ETA-nahe Extremistenpartei "Euskal Herritarrok" starke Einbußen hinnehmen müssen. Große Gewinner waren die gemäßigten Nationalisten der PNV (Baskische Nationalistenpartei). Der PNV-Politiker Ibarretxe bezeichnete den "brutalen und barbarischen Akt" als "verabscheuungswürdig" und forderte ETA auf, "das Töten für immer zu aufzugeben." Immerhin hätten die Bürger bei den Regionalwahlen eine "klare Sprache gesprochen".

Der spanische Innenminister Mariano Rajoy sagte, ETA wisse genau, dass ihre Tage gezählt seien. "Ich bin überzeugt, dass die gerechte Sache gewinnen wird", sagte Rajoy, "ETA glaubt möglicherweise, dass wir nachgeben, dass wird aber nicht passieren." Der 54-jährige Santiago Oleaga Elejabarrieta war Donnerstag früh in der nordspanischen Stadt San Sebastian im Baskenland auf dem Parkplatz eines Spitals von einem Unbekannten mit drei Kopfschüssen ermordet worden. (APA)

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