Belgrad: Kirchenführung fordert Sicherheit für Kosovo-Serben

24. Mai 2001, 16:25
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Einführung des Religionsunterrichts

Belgrad - Die serbisch-orthodoxe Kirchenführung hat die heimische und internationale Öffentlichkeit aufgefordert, "alles zu unternehmen, um die Rückkehr von Kosovo-Flüchtlingen zu ermöglichen und ihnen volle Sicherheit zu gewährleisten". Gemeint sind rund 160.000 Kosovo-Serben, die nach dem Abzug jugoslawischer Sicherheitskräfte aus dem Kosovo im Juni 1999 Zuflucht in Serbien und Montenegro gefunden hatten.

In einer Aussendung von der Jahrestagung der Kichenversammlung wurden die Belgrader Behörden aufgefordert, ab kommendem Herbst in Volks- und Mittelschulen den nach dem Zweiten Weltkrieg abgeschafften Religionsunterricht wieder einzuführen. Von den montenegrinischen Behörden wurden gefordert, der "parakirchlichen Organisation", der selbst proklamierten montenegrinisch-orthodoxen Kirche keine Unterstützung mehr zu geben. Die von anderen orthodoxen Kirchen nicht anerkannte montenegrinische Kirche ist für eine Vielzahl von Montenegrinern inzwischen zum Symbol der staatlichen Unabhängigkeit geworden.

Belgrader Medienberichten zufolge hatte sich kürzlich der frühere bosnisch-serbische Zivilführer Radovan Karadzic nach sechs Jahren mit einem Schreiben an den serbisch-orthodoxen Patriarchen Pavle gewandt. Nach Angaben der Wochenzeitschrift "Nedeljni telegraf" hatte der wegen Kriegsverbrechen angeklagte Karadzic darin dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag vorgeworfen, "Hunderte von Dokumenten" versteckt zu haben, welche von "Bemühungen der serbischen Seiten" zeugten, Kriegsverbrechen zu verhindern. (APA)

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