"Null-Variante" für Temelin würde 47 Mrd. Schilling kosten

24. Mai 2001, 14:06
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Weitere "reale sowie schwer berechenbare Summen" als indirekten Einwirkungen kämen noch dazu

Prag - Die so genannte "Null-Variante" (die Nicht-Inbetriebnahme) des umstrittenen südböhmischen Atomkraftwerks Temelin und seine Konservierung würde nach Angaben der tschechischen Behörden 117,4 Mrd. Kronen (46,96 Mrd. Schilling/3,41 Mrd. Euro) Direktinvestitionen kosten. Darüber hinaus müsste man mit weiteren "realen sowie schwer berechenbare Summen" als indirekten Einwirkungen rechnen. Dies geht aus den zusätzlichen Dokumenten zum AKW hervor, die Tschechien vor einigen Tagen an Österreich übergeben und nun auf der Internet-Seite des tschechischen Außenministeriums veröffentlicht hat.

Das von der tschechischen Regierung offiziell festgelegte Budget für den Bau Temelins liegt bei 98,6 Mrd. Kronen (39,44 Mrd. Schilling/2,86 Mrd. Euro). Die offiziellen Stellen in Prag halten daran fest, dass das Budget trotz der Probleme mit dem nicht-atomaren Teil in dem AKW, besonders mit der Turbine, eingehalten werde.

Andererseits gibt es in Tschechien auch Stimmen, die eine Einhaltung des Budgets für sehr schwierig halten. Anscheinend sei dies zunächst nur dank der Pönale in Höhe von 600 Mill. Kronen (240 Mill. Kronen/17,44 Mill. Euro) möglich, die der Hauptlieferant, die halbstaatliche tschechische Firma "Skoda Praha", an den staatlichen Tschechischen Energiekonzern (CEZ) zahlen muss. Grund für diese finanzielle Sanktion ist die Verspätung und alle Mängel im Turbinen-Teil, die beim bisherigen Probelauf Temelins aufgetreten sind. "Skoda Praha" muss jedoch die Strafe nicht sofort, sondern erst in 15 Monaten bezahlen. (APA)

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