Valencia kapitulierte vor dem großen Kahn

24. Mai 2001, 15:41
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Der Bayerngoalie parierte drei Elfmeter, darunter den entscheidenden 17.

Mailand - Oliver Kahn avancierte mit drei gehaltenen Strafstößen im Elfmeter-Krimi von Mailand einmal mehr zum umjubelten Matchwinner. Dem vielleicht besten Torhüter der Welt blieb es vorbehalten, in der Königsklasse für den krönenden Abschluss einer nervenaufreibenden Titeljagd zu sorgen. "Er hat jahrelang brutal dafür gearbeitet. Und jetzt erntet er das, was er gesät hat", lobte Bayern-Manager Uli Hoeneß den hyperehrgeizigen Keeper nach dem dramatischen 5:4 (1:1, 0:1) im Elfmeterschießen des Champions-League-Finales gegen den FC Valencia.

Kahn setzte um 23.32 Uhr mit seinen Fäusten beim Schuss von Mauricio Pellegrino beim insgesamt 17. Elfmeter des Endspiels den Schlusspunkt unter eine Saison, die als die Saison des FC Bayern und des Oliver Kahn in die Klub-Geschichte eingehen wird. "Oliver hat eine sensationelle Saison gespielt. Gerade er hat es verdient, als Held des Abends gefeiert zu werden", urteilte Trainer Ottmar Hitzfeld.

Die Stärken des Kahn

Ein Titel, den auch "Olli" schon immer haben wollte, für den er alles gegeben und bis zuletzt alles getan hat. "Er ist ein Spieler, der sich total mit dem Erfolg identifiziert, der es vorlebt, der die Mannschaft führt und zum Sieg antreibt", beschrieb der Coach die Stärken seines Nationalspielers. Gegen Valencia parierte er gleich drei der acht Elfmeter-Schüsse.

"Das war wie im Rausch", beschrieb der gefeierte Kahn den entscheidenden Moment, als er den insgesamt 17. Strafstoß dieses dramatischen Duells ins Feld zurückgeboxt hatte. "Ich springe eigentlich immer in die Ecke, in die ich am liebsten springe, seit ich fünf bin. Außerdem halte ich nur die wichtigen Strafstöße."

Die sensationellste Entwicklung

In dem zehnminütigen Nervenkrieg vom ominösen Punkt blieb der 31-jährige Schlussmann Sieger gegen Zahovic, Carboni und Pellegrino. Seine vielleicht größte Szene hatte der Ex-Karlsruher aber wohl erst nach der Entscheidung. Denn als er sein Gegenüber Santiago Canizares vor Enttäuschung wie einen Schlosshund weinen sah, ging er spontan auf ihn zu und nahm ihn in die Arme. "Er hat sich viel besser im Griff. Die sensationellste Entwicklung aber ist, dass er seine Emotionen unter Kontrolle hat", sagte Hitzfeld. (APA/dpa)

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