Afghanistan: EU erhebt Vorwürfe gegen Taliban-Gegner

24. Mai 2001, 21:34
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Keine Friedensbereitschaft bei Konfliktparteien geortet

Islamabad - Eine EU-Delegation hat den Taliban-Gegnern in Afghanistan den Einsatz von Minen und Drogenanbau vorgeworfen. Die Allianz unter Führung des Taliban-Gegners Ahmed Schah Massud habe bei Gesprächen selbst eingestanden, dass sie Waffen aus dem Ausland erhält und Minen gegen Menschen einsetzt, sagte Peter Tejler, der schwedische Botschafter in Pakistan, am Donnerstag in Islamabad. Tejler hatte die Delegationsreise der Europäischen Union nach Afghanistan angeführt.

Die radikalislamischen Taliban beherrschen 90 Prozent Afghanistans. Sie werden von Pakistan und Saudiarabien unterstützt und setzen ebenfalls Minen ein. Den Anbau von Schlafmohn, aus dem Heroin gewonnen wird, haben die Taliban in diesem Jahr nach Erkenntnissen der Vereinten Nationen weitgehend unterbunden.

Die Taliban-Gegner erhalten Hilfe aus dem Iran. Tejler besuchte Faisabad im Nordosten Afghanistans, wo er Burhanuddin Rabbani traf. Er ist der von den Taliban vertriebene Präsident Afghanistans und ein Verbündeter Massuds. In den von Massuds Miliz kontrollierten Gebieten hätten sie viele Mohnfelder gesehen, sagte Tejler. Massud war im April in Straßburg und Brüssel von der EU empfangen worden.

Tejler sagte, die EU sei bereit Afghanistan nach 22 Jahren Krieg und Bürgerkrieg beim Wiederaufbau zu helfen, wenn die verfeindeten Parteien eine Regierung auf breiter Basis schaffen würden. Bei seinen Gesprächen mit den Taliban und ihren Gegnern habe er aber nicht den Eindruck gewonnen, dass sie zum Frieden bereit seien. (APA/dpa)

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