Angst vor dem großen Crash in Monaco

24. Mai 2001, 12:05
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BAR-Teamchef Pollock: "Wer die Launch Control verwendet, sollte die richtigen Knöpfe drücken"

Monte Carlo - Aus Angst vor dem "big crash" am Start steigen einige Formel-1-Teams in Monte Carlo auf die Notbremse. Als erster Rennstallbesitzer kündigte Eddie Jordan an, dass seine Fahrer Heinz-Harald Frentzen und Jarno Trulli am Sonntag (14.00 Uhr/ORF 1 und Premiere World) im Grand Prix von Monaco auf die Startautomatik verzichten werden. Die Jordan-Autos waren in dieser Saison bei vier Starts nach dem neuen Reglement drei Mal stehen geblieben.

Es droht das Chaos, die Massenkarambolage, falls ähnlich wie zuletzt auf dem A1-Ring in Spielberg gleich vier Autos am Start stehen bleiben. In den engen Gassen von Monaco gibt es kein Entkommen, hintere Starter haben kaum Platz, die liegen gebliebenen Fahrzeuge zu umfahren. "Ich denke, die meisten Teams werden auf Nummer Sicher gehen", vermutet Frentzen. Der Deutsche glaubt, dass viele Piloten ihre Startautomatik ausschalten werden. Sogar der Weltverband FIA hatte ein Einsehen und erlaubte Startübungen nach dem ersten Training am Donnerstag.

Eine ziemlich komplizierte Sache

Teamchef Craig Pollock von BAR-Honda überließ die Entscheidung seinen Fahrern Jacques Villeneuve und Olivier Panis. Er forderte jedoch: "Wenn sie die Launch Control verwenden, sollten sie die richtigen Knöpfe drücken. Es ist eine ziemlich komplizierte Sache." Ausgerechnet der finnische Ex-Weltmeister Mika Häkkinen hatte zuletzt in Österreich die falsche Taste erwischt und war damit der prominenteste der vier Start-Ausfälle. "So weit ich weiß, hat er die Anlage falsch bedient", sagte sein Teamkollege David Coulthard.

Eigentlich liegen die Vorzüge der Startautomatik auf der Hand. "Man ist damit schneller, darüber gibt es gar keine Diskussion", erklärt Coulthard, Schumachers großer Herausforderer im Silberpfeil. "Unser System ist ganz unkompliziert", betont der Schotte. Auch der kolumbianische BMW-Pilot Juan Pablo Montoya setzt voll auf die Automatik: "Wie man bei den letzten beiden Rennen gesehen hat, bedeutet die Traktionskontrolle am Start einen gewaltigen Vorteil."

"Idiotensicher"

Sein deutscher Teamkollege Ralf Schumacher findet sogar, "das Ding ist relativ idiotensicher". Den Startvorgang, der im Vorfeld für so viel Aufregung und Überstunden sorgt, beschrieb er so: "Knopf drücken, Vollgas geben. Den Rest macht die Startautomatik. Das kann jeder." (APA/dpa)

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