FPÖ-"Titelaffäre"nun auch in der Steiermark

23. Mai 2001, 17:44
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Pressereferent von Parteichef Schöggl schmückte sich mit "Ingenieur"

Graz - Auch in der Steiermark ist in den Reihen der FPÖ eine so genannte "Titel-Affäre" aufgeflogen: Wie die "Kleine Zeitung" in ihrer Donnerstag-Ausgabe berichtet, betrifft es den Pressereferenten von FPÖ-Landesrat und Parteichef Leopold Schöggl, Herbert Peinhaupt. Peinhaupt - früherer Klubchef - hat einen "Ingenieur"-Titel zu Unrecht getragen. Die Konsequenzen daraus: Er musste gehen.

Wie die "Kleine Zeitung" berichtet, sei am Montag ein Fax im Büro von Parteichef Schöggl eingelangt, in dem behauptet wurde, dass nach dem "Fall Fabel" im Büro von Sozialminister Haupt nun auch in Schöggls Umkreis ein falscher Titel getragen würde. Herbert Peinhaupt, der immerhin früher Klubobmann der FPÖ war und sogar kurzfristig als Landesrat im Gespräch war, habe sich seit Jahren als "Ingenieur" anreden lassen, obwohl er diesen Titel nie rechtmäßig erworben habe.

Fehlverhalten eingestanden

Peinhaupt selbst gestand sein Fehlverhalten ein, er habe vergessen zu beantragen, den Titel führen zu dürfen. In den Protokollen im Landtag und später im Namensverzeichnis sei er als "Ingenieur" geführt worden. Weder in offiziellen Bewerbungsschreiben noch sonst wo habe er sich persönlich so bezeichnet. Er gestand ein, zu lax gehandelt zu haben um diesen Irrtum aufzuklären. Peinhaupt ist auch aus der FPÖ ausgetreten.

Schöggl: "Persönlicher Rachefeldzug"

Parteichef Schöggl sagte, es habe sich um einen "persönlichen Rachefeldzug" gegen Peinhaupt gehandelt, er glaube an keinen politischen Hintergrund. "Da gibt es nicht viel zu sagen", so Schöggl, sein Mitarbeiter habe die Kündigung angeboten und "ich habe sie angenommen". Mit dem Fall Fabel sei die Sache für ihn jedenfalls "nicht vergleichbar". Dass Peinhaupt gleich aus der Partei mit ausgetreten ist, bezeichnete Schöggl als "Überreaktion". Rechtlich sei die Angelegenheit jedenfalls nicht relevant. (APA)

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