Bush drängt Konfliktparteien zu Gewaltverzicht

24. Mai 2001, 19:55
posten

Sharon und Arafat sagen Umsetzung des Mitchell-Berichts zu

Washington/Gaza - US-Präsident George W. Bush hat an Israelis und Palästinenser appelliert, die Gewalt im Nahen Osten zu beenden. Bush habe sich am Mittwoch an Palästinenserpräsident Yassir Arafat und den israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon gewandt und an beide appelliert, die Gelegenheit zur Beendigung der Gewalt zu nutzen und die entsprechenden Empfehlungen der Mitchell-Kommission umzusetzen, teilte ein US-Regierungsvertreter in Washington mit.

Arafat fordert seinerseits die USA auf, der "israelischen Aggression" ein Ende zu setzen. Arafat habe Bush in einem Telefonat gebeten, an Maßnahmen zur Beendigung der israelischen Gewalt gegen die Palästinenser zu arbeiten, sagte Arafat-Berater Nabil Abu Rudeina. Bush habe Arafat in Paris angerufen, wo der Palästinenserpräsident mit der französischen Regierung über ein Ende der Gewalt im Nahen Osten beraten wollte.

Telefonate mit Bush

Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon und Palästinenser-Präsident Yasser Arafat haben den USA zugesagt, an der Umsetzung des Mitchell-Berichts mitarbeiten zu wollen. Beide hätten sich in getrennten Telefongesprächen mit US-Präsident George W. Bush bereit erklärt, "mit uns an einem Rahmen für die Umsetzung des Berichts der Mitchell-Kommission zu arbeiten", sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Ari Fleischer, am Mittwoch in Washington.

Die Kommission unter Führung des früheren US-Senators George Mitchell hatte am Montag offiziell ihren Bericht über die Ursachen der Gewalt im Nahen Osten vorgestellt. Darin wird unter anderem ein Ende des israelischen Siedlungsbaus in den Autonomiegebieten gefordert. Zugleich wurden die Palästinenser in dem Bericht aufgefordert, ihrerseits alles zu unternehmen, um terroristische Aktionen zu verhindern. (APA)

Share if you care.