Grand-Prix bedroht

23. Mai 2001, 16:00
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Staatliches Fernsehen droht mit Grand-Prix-Absage und Einstellung des Sendebetriebs

Das estnische staatliche Fernsehen (ETV) hat in einem Finanzstreit mit der Regierung gedroht, die Ausrichtungsrechte am nächsten Grand-Prix-Schlagerwettbewerb zurückzugeben. Dies berichteten estnische Zeitungen am Mittwoch. Das estnische Sänger-Duo Tanel Padar und Dave Benton hatte am 12. Mai die europäische Schlagerkrone in das baltische Land geholt und damit nationale Euphorie ausgelöst.

Die estnische Regierung bewilligte nun bei einer Kabinettssitzung anstatt der von ETV gewünschten Staatsgarantien in Höhe von 45 Millionen estnischer Kronen (2,88 Mill. Euro/39,6 Mill. S) nur 35 Millionen Kronen. Daraufhin erklärte ETV-Intendant Aare Urm, man werde zum 24. Juni den Sendebetrieb einstellen. Gleichzeitig könnten so gegenüber der Eurovision nicht wie geplant bis zum 29. Mai Garantien für die Ausrichtung des Grand Prix abgegeben werden. Den Regeln zufolge bedeute dies die Rückgabe der Austragungsrechte, sagte Urm.

Regierungssprecher Priit Pöiklik wiederholte, dass Estland "definitiv den Grand Prix ausrichten möchte". Die derzeitigen Kalkulationen von Seiten ETVs enthielten aber noch keine Angaben über Einnahmen aus Ticketverkäufen, Merchandising und Reklamegeldern, sagte er. Pöiklik zeigte sich optimistisch, dass ein Kompromiss gefunden werde. ETV solle in jedem Fall bei der Eurovision den Willen zur Organisation anmelden. (APA)

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