Prozess gegen Klaus Löwitsch vertagt

23. Mai 2001, 16:30
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Angeklagter wies Vorwürfe der sexuellen Nötigung und Körperverletzung zurück

Berlin - Im Prozess um sexuelle Nötigung und Körperverletzung hat Schauspieler Klaus Löwitsch (65) am Mittwoch in Berlin alle Vorwürfe von sich gewiesen. Zum Auftakt des Prozesses vor dem Amtsgericht Tiergarten gab der sichtlich genervte Mime, der als hartgesottener Fernseh-Verbrecherjäger Peter Strohm bekannt wurde, eine emotional geladene Erklärung ab. "Ich bin ein unbescholtener Bürger", sagte Löwitsch im anthrazitfarbenen Anzug mit schwarz-gelb gestreifter Krawatte. "Ich bin ein kleiner Mann, empfindlich und eitel. Aber ich habe es nicht nötig, mich auf gewaltsame Art Frauen zu nähern."

Die Staatsanwaltschaft wirft Löwitsch vor, nach einem Beislabend in Berlin-Mitte in der Nacht des 25. Februar 2000 eine Schaupielerin angegriffen und genötit zu haben. Das Opfer soll Blutergüsse und ein Gehörtrauma erlitten haben.

Löwitsch hält Geschichte für schlecht erfunden

"Das ist eine erfundene, eine schlecht erfundene Geschichte", sagte Löwitsch. Er sei zwar nach Grappa, Weißwein und Burgunder mit drei Promille vollkommen betrunken gewesen und neige auch zu Überreaktionen. "Ich halte es aber für ausgeschlossen, dass das passiert ist." Er habe sich jedoch bei der Frau telefonisch entschuldigt und ihr einen 14.071 S Mark-Scheck (1.023 Euro) geschickt, als er in dem Lokal von dem vermeintlichen Vorfall hörte. Seit dem März des Vorjahres habe er keinen Tropfen Alkohol mehr getrunken.

Löwitsch, der auf mehr als 300 Film- und Fernsehrollen zurückblickt, warf der Justiz vor, ihn auf "miese, hinterlistige Weise" vorzuführen und gesellschaftlich und beruflich zu ruinieren.

Keine Angebote mehr

Er bekomme keine Angebote mehr, beklagte Löwitsch. Der Österreicher bekräftigte seine Ankündigung, nicht mehr in Deutschland zu arbeiten, falls er verurteilt werde. "Es kommt nicht in die Tüte, dass ich mich vor diesem Publikum noch einmal produziere."

Widersprüche in der Aussage der Schauspielerin

Der Löwitsch-Anwalt Manfred Studier warf der Frau mangelnde Glaubwürdigkeit vor. Die 38-Jährige Schauspielerin, die Löwisch angezeigt hatte, machte bei der Befragung widersprüchliche Angaben. Sie habe sich als Schauspielerin ausgegeben, sei aber nirgendwo erfasst. Löwitsch müsse freigesprochen werden. Der Prozess soll am 1. Juni fortgesetzt werden.

Ein Urteil wurde am Mittwoch nicht gesprochen. Weitere Zeugen sollen in der kommenden Woche gehört werden. (APA/dpa)

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