Hardwarebasierter Kopierschutz für Audioplayer

23. Mai 2001, 15:03
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Illegale MP3s nicht abspielbar - Micronas stellt sicheren Mikrocontroller für Audioapplikationen vor

Ein programmierbarer Universal-Controller des Zürcher Chip-Herstellers Micronas soll künftig sensible Daten wie Geräte-ID, PIN-Nummer, Passwörter oder Algorithmen auf Audioplayer schützen. Auch der Schutz von kopiergeschützten MP3-Formaten soll möglich sein. Die auf einem ARM7TDMI basierenden Zenon-Prozessoren verfügen über 48 Kbyte SRAM und 256 Kbyte integriertem Flash-Speicher.

Internet-Update für bereits ausgelieferte Modelle

Die in Freiburg gefertigten Zenon-Chips können direkt an Flash-Speicherkarten (z.B. MultiMediaCard, SD-Card) und an Massenspeicher wie Harddisk-Drives (HDDs) oder CD-ROMs mit Cache angeschlossen werden. Die Zwei-Chiplösung verkürzt laut Micronas auch die Entwicklungszeit digitaler Audio-Player und -Rekorder. Hersteller könnten durch den integrierten Flash-Speicher ihre Software entwickeln, während die Geräte bereits in Produktion sind. Die Software lässt sich auch in bereits ausgelieferten Geräten per Internet-Update ändern.

Unbefugte müssen draußen bleiben

"Da wir den Flash-Programmspeicher auf den Zenon-ICs integriert haben, können wir einen sehr viel besseren Schutz der sensitiven Daten bieten", erläutert Hubertus von Janecek, Marketing Manager Advanced Audio von Micronas, in einer Aussendung. Die auf dem Chip angebrachte System-Protection-Unit verhindere, dass sich Unbefugte Zugang zu sicherheitsrelevanten Daten verschaffen. Außerdem könnten alle Debug-Schnittstellen gesperrt werden, was selbst gegenüber professionellen Angriffen sicheren Schutz biete.

Das Ende illegaler MP3-Dateien?

Zenon soll vor allem in MP3-Playern eingesetzt werden, Micronas kann sich den Sicherheits-Chip auch Set-Top-Boxen und PDAs vorstellen. Das ebenfalls auf dem Chip integrierte frei programmierbare USB-Interface unterstützt neben dem schnellen Datenaustausch weitere wichtige Sicherheitsaspekte, wie sie beispielsweise von Liquid Audio oder Intertrust benötigt werden.

Chip kann nur durch Zerstörung entfernt werden

Die Mitglieder der Zenon-Familie werden mit Hilfe eines Embedded-Flash-CMOS-Prozesses mit Strukturgrößen von 0,25 Micron gefertigt. Sie sind in einem BGA-Gehäuse mit 81 Anschlüssen und in LQFPs mit 100 Anschlüssen. Laut Hersteller kann der Chip nicht entfernt werden, ohne dass er zerstört wird. Erste Muster sollen es ab Juni 2001 geben, die Stückzahlproduktion ist für August 2001 vorgesehen. Abhängig von Gehäusetyp und Stückzahl wird der Zenon rund 10 Dollar kosten. (pte)

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