Hondo: Ein neuer Stern am Sprinter-Himmel

26. Mai 2001, 19:18
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Vom Weltmeister der Bahnvierer zum Etappensieger beim Giro

Potenza - Die harte Lehre machte er wie Deutschlands Radstars Jan Ullrich und Erik Zabel auf der Kinder- und Jugendsportschule in der DDR durch. Das Profi-Examen legte Danilo Hondo beim 84. Giro d Italia am Montag und Dienstag mit seinen beiden Etappensiegen in Lucera und Potenza ab. Der Deutsche mit dem italienischen Vornamen beginnt die einheimische Sprinter-Konkurrenz enorm zu verwirren. Besonders Mario Cipollini, der bisher nur durch seinen extravaganten Ganz-Körper-Rennanzug beim Prolog herausstach.

Vom Bahnvierer zum Sprintspezialisten

Eine Woche vor dem Start der Italien-Rundfahrt hatte Hondo, 1994 mit dem Bahnvierer Weltmeister, bei der Schlussetappe der Tour de Romandie in Genf gegen "Super-Mario" noch den Kürzeren gezogen. Bei dessen Heimspiel wies der 27-Jährige dem Italiener nun bei den schwierigen Ankünften in Lucera und Potenza die Ränge 18 und 27 zu. Der Geschlagene, der bisher vergeblich auf seinen 31. Etappensieg beim Giro wartet, attackierte die Veranstalter, das Profil der Zieleinfahrten durch schmale, kurvenreiche und ansteigende Straßen sei unverantwortlich und sogar lebensgefährlich. "Wenn man gewinnt, nimmt man vieles lockerer, wenn man verliert nicht so", meinte Hondo.

"Alles ist viel schwerer als gedacht"

Das Profi-Einmaleins hatte Hondo nach den Olympischen Spielen von Atlanta beim Team Agro-Adler erlernt. Etappensiege bei der Friedensfahrt waren das höchste der Gefühle. 1999 wechselte er zu Telekom und stellte in der Anfangsphase wie jetzt gerade Doppel-Olympiasieger Robert Bartko fest: "Alles ist viel schwerer als gedacht". Am Ende seiner ersten Saison bei Telekom hatte Hondo ein Angebot von Cipollinis Saeco-Team, nachdem Gian-Matteo Fagnini als Zabel-Helfer gekommen war. Aber er blieb, was er spätestens jetzt nicht mehr bereut. Zumal er gerade selbst für die anstehenden Vertragverhandlungen bei Telekom für beste Referenzen gesorgt hat. Marcel Wüst hatte vor vier Jahren den bisher letzten Etappensieg eines deutschen Profis beim Giro gefeiert. (APA/dpa)

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