Auto-Klimaanlagen auf dem Prüfstein

23. Mai 2001, 14:00
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Falsche Einstellung verursacht höheren Verbrauch und geringere Motorleistung - und stört die Konzentration

Wien - Konzentrationsmängel beim Fahrer und Stress für die Mitreisenden können durch hohe Innentemperaturen im Auto ausgelöst werden. "Lenker in Fahrzeugen mit Klimaanlage können sich eindeutig besser auf das Verkehrsgeschehen konzentrieren", erklärte ARBÖ-Verkehrsmediziner Josef Nagler. Neben der Gefahr einer Verkühlung bei einer falsch eingestellten Klimaanlage bewirkt diese Ausstattung auch höheren Verbrauch und geringere Motorleistung, berichtete der ARBÖ in einer Aussendung.

Laut ARBÖ-Techniker Erhard Lenz kann die eingeschaltete Klimaanlage zu Leistungsverlusten und damit zu Problemen führen. Besonders bei schwächer motorisierten Fahrzeugen mache sich die eingeschaltete Klimaanlage deutlich bemerkbar. Lenz: "Der Leistungsverlust kann fallweise bis zu zehn Prozent betragen, was beim Überholvorgang zu Problemen führen könnte." Notfalls müsse man die Klimaanlage kurz abschalten, um zügig voranzukommen.

Die Tipps zum richtigen Gebrauch der Klimaanlage:

* Motor starten und Klimaanlage auf die niedrigste Temperatur stellen
* Gebläse voll aufdrehen
* Fenster und eventuell Schiebedach öffnen
* Nach etwa drei Minuten Fenster und Schiebedach schließen
* Mit Funktion "Umluft" nur die Luft im Wageninneren umwälzen - Die Luft kühlt schneller ab
* Nach einigen Minuten die Temperatur auf 20 bis 22 Grad einstellen
* Ist diese Temperatur erreicht, "Umluft" ausschalten, sonst beschlagen die Scheiben
* Kühlluft nie direkt auf den Körper richten! Faustregel: Kühler Kopf, keine kalten Füße

Die ARBÖ-Techniker haben untersucht, wie sich der Kraftstoffverbrauch bei eingeschalteter Klimaanlage verändert. Ein Mehrverbrauch - abhängig von der durchschnittlichen Fahrgeschwindigkeit - sei bei eingeschalteter Klimaanlage grundsätzlich gegeben. Der Verbrauch der Klimaanlage werde aber pro Stunde berechnet, deshalb steige der in Liter pro 100 Kilometer angegebene Mehrverbrauch mit geringer werdender Durchschnittsgeschwindigkeit.

Nach Untersuchung des ARBÖ zeigten sich bei einem Fahrzeug der gehobenen Mittelklasse Verbrauchswerte von etwa einem Liter bei Geschwindigkeiten zwischen 90 und 120 km/h. Bei gemischtem Fahrzyklus stieg der Verbrauch auf etwa eineinhalb Liter pro 100 Kilometer. "Bei extrem niedriger Durchschnittsgeschwindigkeit, beispielsweise im Stop and Go-Verkehr, kann der Mehrverbrauch bei ständigem Betrieb des Klimakompressors sogar auf über drei Liter pro 100 km steigen", so Lenz.(APA)

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