Call-Put-Option vereinbart

23. Mai 2001, 13:36
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Haider: Heimische Wasserkraftlösung "an uns nicht gescheitert"

Klagenfurt - Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider teilte am Mittwoch weiter mit, dass mit der deutschen RWE Plus AG auch eine Call-Put-Option auf den Erwerb weiterer Kelag-Anteile nach einem Zeitraum von vier Jahren vereinbart worden sei. Dazu wäre allerdings eine Verfassungsänderung des Elektrizitätswirtschaftsgesetzes (ElWOG), dem früheren Zweiten Verstaatlichtengesetz, von Nöten.

Zum Vorwurf des Verbund-Konzernes, dass mit dem Verkauf von Kelag-Anteilen eine gesamtösterreichische Wasserkraft-Lösung hinfällig geworden sei, sagte Haider, dass kein anderes Bundesland "so engagiert" auf eine solche Lösung hingearbeitet hätte. Er verwies in diesem Zusammenhang auf ein von den Geschäftsführern der Kärntner Energieholding (KEH) erarbeitetes Modell, welche von den Ministern Martin Bartenstein (V) und Karl-Heinz Grasser (F) "als richtig" bezeichnet worden sei. Allerdings habe es von Seiten Bartensteins keine weiteren diesbezüglichen Gespräche gegeben. Haider: "An uns ist es daher nicht gescheitert".

Wasser "kennt keine Grenzen"

RWE-Vorstandmitglied Klaus Bussfeld meinte, Wasser "kennt keine Grenzen". Es würde sich lediglich die Frage nach dem besseren Know-how stellen. Man werde sich deshalb auch der Dienste der Kelag bedienen ("und dafür gut bezahlen"), falls die RWE etwa in Brasilien Wasserkraft-Projekte in Angriff nehme.

Mit dem Erwerb von rund einem Drittel der Kelag-Anteile sei der RWE laut Bussfeld "der Einstieg in den österreichischen Energiemarkt gelungen". Bussfeld: "Die Kelag wird für die RWE Plus die Vertriebsgesellschaft für Strom in Österreich". Gemeinsam werde man alle Chancen, die sich aus der vollständigen Marktliberalisierung in Österreich ab Oktober böten, nutzen. Bussfeld: "Die Unternehmen ergänzen sich hervorragend, da beide eine Multi-Utility-Strategie verfolgen." Jedenfalls werde die Kelag mit Hilfe der Erfahrungen der RWE auf dem internationalen liberalisierten Markt "zu den Gewinnern der neuen Wettbewerbslandschaft zählen", versicherte Bussfeld.

Kärntens SP-LHStv. Peter Ambrozy meinte vor Journalisten, dass eine "Österreichische Lösung nur ein Schlagwort" sei. Im Vordergrund stehe die Frage "Was tut Kärnten und dem Unternehmen Kelag gut". Jedenfalls seien mit dem Verkauf von Kelag-Anteilen an die RWE "alle Voraussetzungen erfüllt worden, die wir uns vorgenommen haben". VP-Landesrat Georg Wurmitzer sagte, es sei das erste Mal, dass "Kärntens Vorteil am Eingang Südosteuropas zum Vorteil ausgenützt wird". Wurmitzer: "Kärnten ist die Braut und der Bräutigam ist ein wohlhabender Deutscher. Das gefällt mir". (APA)

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