Berlusconi will nicht im "scheußlichen" Palazzo Chigi wohnen

23. Mai 2001, 13:17
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"Persönliches Versailles" entspricht mehr seinem Geschmack

Rom - Silvio Berlusconi, designierter italienischer Ministerpräsident, will nach Informationen der Zeitung "La Repubblica" nicht in die Dienstwohnung des Palazzo Chigi in Rom ziehen. Der Sitz der Regierungschefs sei ihm zu wenig luxuriös, berichtete das Blatt am Mittwoch. Stattdessen wolle der Medien- Unternehmer und Multimilliardär in seinem "persönlichen Versailles" in der Nähe wohnen bleiben. Dort verfüge er über prächtige Salons mit mythologischen Fresken an der Decke, Marmorfußböden, Stilmöbeln und einem "präsidialen Bett" im Kingsize-Format mit einem Baldachin aus antikem Damast.

Berlusconi sei kein Freund von "Minimalismus und Understatement", schreibt das Blatt weiter. Schon nach seinem ersten Wahlsieg Anfang 1994 habe er die Ausstattung im Palazzo Chigi als "scheußlich" bezeichnet. "Das sieht aus wie in einer Provinz-Präfektur", meinte auch ein befreundeter Kunstkenner. Worauf Berlusconi die Räume auf eigene Kosten "mit beispielloser Grandezza" ausstatten ließ, wie es heißt. Die Arbeiten hätten ungefähr so lange gedauert wie die erste Regierungszeit - Berlusconi war nach sieben Monaten Ende 1994 als Ministerpräsident gestürzt worden. (APA/dpa)

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