Jeder zweite Konsument beklagt schlechte Internetverbindung

23. Mai 2001, 13:12
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VKI: 71 Prozent bemängeln Erreichbarkeit des Supports - Testsieger: Netway - Nur Y-Line schlechter als Chello

Fast jeder zweite der 2,6 Mill. Österreicher, die das Internet nutzen, klagt über Schwierigkeiten mit dem Provider. Was die Werbung verspreche, nämlich dass das Internet "einfach, schnell und billig" sei, lasse sich aus der Praxis nicht ableiten, erklärte der Geschäftsführer des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) Roman Spitalsky, am Mittwoch bei einem Pressegespräch.

Nur 30 Prozent vollends zufrieden

In einer Umfrage hat der VKI erhoben, dass nur 30 Prozent aller Kunden mit ihrem Internetanbieter vollends zufrieden sind. 21 Prozent beurteilen ihren Betreiber mit dem Prädikat "gut". Der Rest ist mit seinem Provider wenig oder gar nicht zufrieden.

Hauptkritikpunkt ist der schlechte Support

Hauptkritikpunkt der Konsumenten ist laut VKI der schlechte Support. 71 Prozent aller Internetkunden bemängeln dessen schlechte Erreichbarkeit, 65 Prozent dessen Problemlösungskompetenz. Aber auch die Qualität der Verbindung ist unter Beschuss: 46 Prozent beurteilen sie in der Regel als nicht befriedigend oder schlecht.

ISDN.Kunden am zufriedensten

Die meisten Beschwerden zur schlechten Verbindungsqualität kamen von Kabelnutzern. Nutzer normaler Telefonverbindungen kritisieren ihren Provider in erster Linie bezüglich Geschwindigkeit, ADSL-Nutzer üben Kritik am Preis-Leistungsverhältnis. Lediglich ISDN-Kunden sind in der Regel recht zufrieden mit ihrem Anschluss.

Testsieg an Netway

Die meisten Beschwerden unter den fünf größten der mittlerweile 180 österreichischen Internetanbietern setzt es es in der Umfrage des VKI für Y-Line mit einer Durchschnittsnote von 3,6 auf einer fünfstufigen Notenskala, gefolgt von Chello" (3,0) und A-On (2,5). Die beste Beurteilung erhielt Netway mit einer Durchschnittsnote von 1,9.

"Was die Werbung verspricht, sollte gehalten werden"

Dass die Forderungen der Kunden überzogen seien, will der VKI nicht gelten lassen. Die Konsumenten seien zwar anspruchsvoller geworden, forderten aber nur ein, was ihnen von der Werbung versprochen wurde, meint Spitalsky. Im Round-Table Gespräch, bei dem der VKI die Ergebnisse mit den Internetprovidern diskutierte, zeigten sich die Vertreter der Branche laut VKI durchaus selbstkritisch.

"Gratis" ist nicht immer umsonst

Der Begriff "gratis" sei in der Vergangenheit nicht immer richtig verwendet worden. Nun stünde für die Provider mehr oder weniger fest, dass der Konsument für gutes Service verstärkt zur Kasse gebeten werde. Ähnlich wie in den USA würden künftig wohl "Service-Pakete" angeboten werden. Der VKI habe dagegen grundsätzlich nichts einzuwenden. Es müsse aber klar definiert werden, welche Leistung wie verrechnet werde. Die Verrechnung von Support-Kosten für Probleme auf Providerseite seien beispielsweise nicht akzeptabel, so die Konsumentenschützer. (APA)

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