"Black Hawks" fliegen 4,6 Milliarden Schilling ein

24. Mai 2001, 21:03
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Hubschrauberdeal mit 200-prozentigem Kompensationsgeschäft

Wien - Der Ankauf der neun "Black Hawk"-Hubschrauber für das österreichische Bundesheer für einen Nettopreis von 2,3 Mrd. Schilling (167 Mill. Euro) bringt der heimischen Wirtschaft 4,6 Mrd. S. durch Kompensationsgeschäfte. Verteidigungsminister Herbert Scheibner (F) freute sich, dass das Volumen der Gegengeschäfte mit der amerikanischen Herstellerfirma Sikorsky und deren Parnter damit bei über 200 Prozent des Ankaufspreises liegt. Bei einer Pressekonferenz wurden am Mittwoch bereits die ersten Verträge unterzeichnet.

Erfreut zeigte sich auch Egon Winkler, stellvertretender Generalsekretär der österreichischen Wirtschaftskammer (WKÖ), darüber, dass eine Milliarde davon in die Forschung und Entwicklung (F&E) in Österreich fließe. Weitere Schwerpunkte sollen Zulieferungen für die Luftfahrt-, Raumfahrt- und Autoindustrie sein. Ein wichtiges Augenmerk werde auch auf den Bereich der Hochtechnologie gelegt, versicherte Winkler.

Road-Tour

Organisiert von der Industriellenvereinigung und der WKÖ waren Sikorsky und Partnerfirmen wie General Electric, Raychem, IBM, Aeroquick Vickers, Honeywell u.a. seit über einer Woche quer durch Österreich auf einer Art Road-Tour. Dabei seien 1.200 Einzelgespräche mit über 285 Unternehmen geführt worden, erklärte Winkler weiter.

Erste Verträge konnten bereits unter Dach und Fach gebracht werden. Der heimische Motor- und Luftfahrtausrüster Pankl Racing (Bruck/Mur) konnte im Zuge der Kompensationsgeschäfte einen Auftrag über die Ausstattung von Sikorsky-Hubschraubern mit Heckrotorantrieb konkretisieren. Das Volumen des Auftrags belaufe sich auf 10 Mill. US-Dollar (11,51 Mill. Euro/158,4 Mill. S), erläuterte Ernst Wustinger von Pankl Racing. Nicht nur die Wertschöpfung durch die Entwicklung und Herstellung der Rotoren in Österreich wäre gesichert, es würden in den nächsten Jahren auch 40 bis 50 hochqualifizierte Mitarbeiter bei Pankl Jobs finden, unterstrich Wustinger den Wert von Gegengeschäften für Österreichs Wirtschaft.

Einen Auftrag über die Lieferung von Hochtemperaturwerkstoffe fixierte die Tiroler Plansee-Gruppe. Über den Umfang des Auftrags wollte Plansee keine Auskunft geben, hofft aber auf Anschlussaufträge in "signifikanten Umsatzbereichen". Neben den beiden bereits konkret abgeschlossenen Aufträgen seien weitere 20 bis 25 Projekte derzeit in der "Pipeline", die in den nächsten Wochen zum Abschluss gebracht werden sollen, hofft Winkler. (APA)

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