Monoklonale Antikörper gegen Asthma

23. Mai 2001, 12:34
posten

Hoffnungspendende Studien bei europäischem Allergiekongress vorgestellt

Basel/Berlin - Große Hoffnung für Patienten mit schwerem allergischen Asthma: Ein Medikament mit monoklonalen Antikörpern verringert die Häufigkeit plötzlicher Verschlechterungen des Zustands der Betroffenen auf die Hälfte. Das geht aus einer europäischen und einer amerikanischen Studie hervor, die vor einigen Tagen beim europäischen Allergiekongress in Berlin präsentiert wurde.

Im Zuge der wissenschaftlichen Studien in Europa und den USA wurden insgesamt 1.071 Erwachsene und jugendliche Asthma-Patienten entweder sieben Monate lang regelmäßig mit dem neuen Medikament (Omalizumab) oder einem Scheinarzneimittel behandelt. Die Betroffenen hatten mittelschweres bis schweres Asthma. Das neue Arzneimittel blockiert das im Rahmen von allergischen Reaktionen im Körper der Betroffenen entstehende Immunglobulin E, das die entsprechenden Reaktionen auslöst.

Die Resultate im Rahmen der wissenschaftlichen Untersuchungen waren ausgezeichnet: Egal, ob die Patienten ihre verwendete Dosis an Kortison, das sie normalerweise inhalierten, herabsetzten oder nicht, die mit dem echten Arzneimittel Behandelten hatten um rund 50 Prozent weniger Asthma-Krisen. Die Patienten mit mittelschwerem Asthma konnten zu 60 Prozent auf Kortison verzichten, jene mit leichtem Asthma sogar zur Gänze.

Weltweit leiden rund 150 Millionen Menschen an Asthma. 80 Prozent dieser Erkrankungen gelten als allergisches Asthma. Das bedeutet, dass eine allergische Reaktion als Ursache vorliegt. Das neue Arzneimittel ist vom Schweizer Pharmakonzern Novartis sowohl in den USA als auch in Europa zur Zulassung eingereicht worden.(APA)

Share if you care.