Leistungsbilanzdefizit ist geschrumpft

23. Mai 2001, 13:23
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Warenzahlungsdefizit durch Überschuss in Dienstleistungsbilanz ausgeglichen

Wien - Das Loch in der österreichischen Leistungsbilanz schrumpft: Von Jänner bis März 2001 lag die Bilanz aus Warenzahlungen, Dienstleistungen, Einkommen und laufenden Transfers bei -0,43 Mrd. Euro (-5,9 Mrd. S), teilte die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) am Mittwoch mit. Damit hat sich das Defizit in der Leistungsbilanz gegenüber dem Vorjahreszeitraum von -0,70 Mrd. Euro um 0,26 Mrd. Euro verringert.

Als Gründe für die Verbesserung der Leistungsbilanz nennt die OeNB geringe Defizite in der Einkommensbilanz (-0,29 Mrd. Euro) und in der Bilanz der laufenden Transfers (-0,15 Mrd. Euro). Das Defizit in der Warenzahlungsbilanz (-2,6 Mrd. Euro) wurde wie im Vorjahr durch Überschüsse aus der Dienstleistungsbilanz (+2,61 Mrd. Euro) abgedeckt.

Bei den Exporten gab es laut OeNB ein Plus von 8 Prozent, die Importe wuchsen mit 9 Prozent etwas stärker. Die offiziellen Währungsreserven nahmen in der Berichtsperiode "transaktionsbedingt" um 1,95 Mrd. Euro ab, teilte die OeNB mit.

Reiseverkehr leicht höher

Bei den Warenzahlungen vergrößerte sich das Defizit in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres von -2,29 auf -2,6 Mrd. Euro. Fast analog dazu verbesserte sich der Saldo der Dienstleistungsbilanz um 0,32 Mrd. Euro auf 2,61 Mrd. Euro, teilte die Nationalbank mit. Im Reiseverkehr gab es mit 3 Prozent höheren Einnahmen und um 6 Prozent gestiegenen Ausgaben ein geringfügig besseres Ergebnis als im Vergleichszeitraum 2000. Im Verhältnis noch stärker wuchsen die Nettoeinnahmen aus dem internationalen Personentransport.

Höhere Zuflüsse der Einkommen aus Direktinvestitionen waren laut OeNB für einen Rückgang des negativen Saldos der Einkommensbilanz verantwortlich: Dieser Wert sank um 0,10 Mrd. Euro auf 0,29 Mrd. Euro. Das Defizit der Einkommen aus Portfolioinvestitionen habe dagegen zugenommen.

Die Kapitalbilanz zeigt deutliche Zuflüsse bei grenzüberschreitenden Wertpapiergeschäften. Österreichische Investoren kauften mit 8,49 Mrd. Euro wesentlich mehr ausländische Festzinstitel als im Vorjahr (5,87 Mrd. Euro). Zugleich stiegen heimische festverzinsliche Wertpapiere von 9,82 auf 10,82 Mrd. Euro. Das Volumen der von Österreichern erworbenen ausländischen Investmentzertifikate und Aktien sank von 3,15 auf 2,28 Mrd. Euro. (APA)

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