China feiert 50. Tag der Machtergreifung in Tibet

23. Mai 2001, 10:57
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Staatspresse würdigte "Errungenschaften"

Peking - Zum 50. Jahrestag der chinesischen Machtergreifung in Tibet hat China seine Herrschaft über das Gebiet mit offiziellen Verlautbarungen gefeiert. Die staatlichen Tageszeitungen brachten am Mittwoch seitenlange Kommentare, in denen die Besetzung Tibets durch chinesische Truppen im Jahr 1950 und die Unterzeichnung des "17-Punkte-Papiers" über die Eingliederung in den chinesischen Staat am 23. Mai 1951 gerechtfertigt wurden. Die Invasion des Bergreiches sei eine "friedliche Befreiung" der Tibeter von fremden imperialistischen Kräften und dem feudalen Leibeigenensystem gewesen, hieß es in einem Leitartikel.

Vor 50 Jahren hätten die Tibeter kein Recht auf Schulbesuch und auf medizinische Versorgung gehabt. Die durchschnittliche Lebenserwartung sei seit der chinesischen Machtergreifung von einst 36 auf heute 65 Jahre gestiegen. Die Regierung nutzte die Gelegenheit auch zu neuen Angriffen auf den Dalai Lama, das im Exil lebende geistliche Oberhaupt der Tibeter. Der Dalai Lama sei immer der erste, wenn um die Forderung nach religiöser Freiheit gehe, hieß es in dem Kommentar. Dabei ignoriere er, dass die "Leibeigenen unter seiner Herrschaft kein eigenes Dach über dem Kopf hatten und sich nicht einmal einen kleinen Buddha-Hausaltar errichten konnten".

Bush will den Dalai Lama treffen

Am Mittwoch wollte US-Präsident George W. Bush mit dem Dalai Lama zusammentreffen. Nach Angaben des Weißen Hauses steht dabei dessen Stellung als hoher religiöser Würdenträger und nicht als politischer Führer im Vordergrund. Treffen des Dalai Lama mit Regierungschefs anderer Länder stoßen in der Regel auf scharfe Proteste der Volksrepublik.

China betrachtet Tibet als Teil seines Territoriums. Nach Auffassung Pekings ist der seit 1959 im indischen Exil lebende Dalai Lama der Anführer von "Separatisten", obwohl er seine Forderung nach Unabhängigkeit inzwischen aufgegeben hat und nur noch eine größere Autonomie für seine 1951 von China annektierte Heimat wünscht. (APA)

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    Seit 50 Jahren: Chinesische Fahne vor dem Potala-Palast in Lhasa

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