Neue CDs und die Frage: Schmied oder Schmiedl?

25. Mai 2001, 01:19
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ECHO AND THE BUNNYMEN Flowers, Hoanzl
TURIN BRAKES The Optimist LP, Virgin
SPEEKA Bespoke, Edel

ECHO AND THE BUNNYMEN Flowers (Hoanzl)

Mit einer Frisur, die entfernt an die Nistplätze von Störchen an so schönen Orten wie Mörbisch erinnerte, und einer von Mutter Natur verstärkt Richtung Schmoll geformten Lippe stand Ian McCulloch in den 80er-Jahren der britischen Band Echo & The Bunnymen vor. Diese schuf mit Songs wie The Killing Moon oder Bring On The Dancing Horses ein paar der schönsten Pop-Perlen jener Tage. Mit Flowers versucht das Quartett nun an alte Erfolge anzuschließen: Doch es fehlt das romantische Pathos früherer Tage. Zwar schaffen die Echos immer noch nette Pop-Songs, nur ist ihr Motiv, das 80er-Jahre Revival als Trittbrettfahrer zu nutzen, viel zu offensichtlich. Abgelehnt. (flu)

TURIN BRAKES The Optimist LP (Virgin)

Auf Basis von Akustikgitarre verströmt das junge britische Duo sehr ansprechend amerikanische Lagerfeuerstimmung. Zwar verschieben sich herkunftsbedingt die Motive eher nach Pop als nach Country, der Einfluss der US-Band The Jayhawks ist dennoch unüberhörbar, was einen wieder einmal zur Frage führt: Geht man zum Schmied oder zum Schmiedl? Tomorrow The Green Grass heißt das beste Jayhawks-Album - nebenbei erwähnt. (flu)

SPEEKA Bespoke (Edel)

Das britische Kollektiv kann sich nicht so recht zwischen Pop und Elektronik entscheiden. Also wandelt es nach Belieben in beide Richtungen, mal eher Dancefloor, dann wieder kantiger Pop. Hervorzuheben wären Don't Go Messin' mit der Red Snapper-Sängerin Alison David und eine verwegene Cover-Version von London Calling der Punk-Band The Clash. Dafür werden Drum und Bass-Spuren aus dem Programmierer strapaziert, man weiß eigentlich nicht genau, ob man das gutheißen soll oder nicht. Schon wieder: Schmied oder Schmiedl? (flu)

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