Telekom Austria wächst im Mobilfunk, aber Rückgang beim Festnetz

23. Mai 2001, 16:14
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EBITDA und Umsatz der TA-Gruppe im 1. Quartal 2001 gestiegen - Analysten sehen TA auf gutem Weg

Bei der börsenotierten Telekom Austria (TA) scheint die seit Monaten laufende Umstrukturierung langsam zu greifen. Die TA-Gruppe hat im 1. Quartal 2001 gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres einen Zuwachs beim Umsatz und Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) verzeichnet. Rückläufig bei Umsatz und EBITDA waren hingegen der von Marktanteilsverlusten geprägte Festnetzbereich, der bis Jahresende 2000 rund 60 Prozent des Umsatzes ausmachte, und der Internetbereich. Die Aktie stieg heute bis 13 Uhr bei hohem Volumen um 3,94 Prozent auf 6,59 Euro. Analysten werteten die Quartalsergebnisse durchwegs als positiv.

"Zur klareren Darstellung der operativen Performance"

Der Umsatz der TA-Gruppe (TA AG, Mobilkom Austria, Datakom und Jet2Web Internet) erhöhte sich im 1. Quartal 2001 um 2,3 Prozent auf 967,4 Mill. Euro (13,31 Mrd. S), hieß es heute in einer Ad-hoc-Mitteilung. Das Gruppen-EBITDA stieg um 7,4 Prozent auf 377 Mill. Euro (5,19 Mrd. S), wobei hier "zur klareren Darstellung der operativen Performance" die Aufwendungen für die Personalrestrukturierung herausgerechnet wurden. Der Personalabbau - die TA will über einen Sozialplan bis 2005 rund ein Drittel ihrer Mitarbeiter abbauen - kostete im 1. Quartal 2001 6,3 Mill. Euro, im Vergleichszeitraum des Vorjahres noch 8,9 Mill. Euro. Die TA-Gruppe hatte Ende März 18.180 Vollarbeitskräfte, im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es noch 18.638.

Die konsolidierten Zahlen des TA-Konzerns, der das Festnetz (TA AG), die Datenkommunikation (Datakom) und das Internet (Jet2Web Internet) umfasst, zeigen einen Umsatzrückgang um 6,7 Prozent auf 666,7 Mill. Euro. Das EBITDA - exklusive Restrukturierungsaufwendungen - reduzierte sich um 8,8 Prozent auf 218 Mill. Euro. Durch die Kostensenkung seien die operativen Aufwendungen um mehr als 27 Mill. Euro zurückgegangen, hieß es. Die EBITDA-Marge sei im 1. Quartal 2001 im Vergleich zum Gesamtjahr von 29,7 Prozent auf 32,7 Prozent gestiegen.

Die Mobilkom als Cashcow

Die Mobilkom Austria - die "Cashcow" der TA-Gruppe - steigerte im 1. Quartal 2001 den Umsatz um 21,5 Prozent auf 411,9 Mill. Euro (5,67 Mrd. S), das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich um 42,1 Prozent auf 159,0 Mill. Euro. Vor allem die erfolgreiche Entwicklung der kroatischen Mobilfunktochter VIPnet habe positiv zum Anstieg der EBITDA-Marge auf 38,6 Prozent im 1. Quartal 2001 im Vergleich zu 29,2 Prozent im Gesamtjahr 2000 beigetragen. Die Kundenzahl im Mobilfunkbereich - Mobilkom Austria mit VIPnet (Kroatien), Mobilkom Liechtenstein und si.mobil (Slowenien) - stieg um 37 Prozent auf 3,6 Millionen. Darin sind erstmals die 168.000 Kunden der Ende Februar übernommenen si.mobil enthalten.

Rückgang___Steigerung

Die Zugangskanäle im Festnetzgeschäft haben sich im 1. Quartal 2001 minimal um 0,3 Prozent auf 3,8 Mill. reduziert. Die Anzahl der Internetkunden in Österreich erhöhte sich im Vergleich zum 1. Quartal 2000 um 135 Prozent auf 353.500.

Analysten sehen die TA grundsätzlich auf gutem Weg, das für 2001 angestrebte EBITDA-Ziel von 1,2 Mrd. Euro scheine realisierbar, die Ergebnisse lägen über den Erwartungen, hieß es heute auf APA-Anfrage. Ob der Turnaround 2002 oder erst 2003 möglich sei, werde erst aus den detaillierten Quartalszahlen, die am 30. Mai veröffentlicht werden sollen, hervorgehen. Die RZB behielt ihre Empfehlung für die TA-Aktie weiterhin auf "Kauf".

An der TA halten die ÖIAG 47,8 Prozent und die Telecom Italia 29,8 Prozent. 22,4 Prozent befinden sich in Streubesitz. (APA)

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