Jüdischer Weltkongress erleichtert über baldige Entschädigungsauszahlung

23. Mai 2001, 08:49
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Jüdische Organisation auf schnelle Auszahlung an Ex-Zwangsarbeiter eingestellt

Berlin - Der Generalsekretär des Jüdischen Weltkongresses, Israel Singer, hat sich erleichtert über die Entscheidung der Stiftungsinitiative der Deutschen Wirtschaft gezeigt, die Rechtssicherheit nach den jüngsten Klageabweisungen festzustellen. "Gott sei Dank, dass die alten Leute die Spenden jetzt bekommen werden", sagte Singer am Mittwoch im InfoRadio Berlin-Brandenburg. Das sei für ihn jetzt am wichtigsten.

"Es wäre ein Unglück gewesen, wenn es noch zwei Jahre länger gedauert hätte", sagte er, denn 15 Prozent der Betroffenen würden jedes Jahr sterben. Er sei befriedigt, dass die Zahlungen jetzt aufgenommen werden könnten. Die Jewish Claims Conference sei gut gerüstet, um das Geld an die jüdischen Zwangs- und Sklavenarbeiter weiterzugeben, betonte Singer.

Nach der Abweisung von NS-Sammelklagen in den USA hatte die deutsche Wirtschaft am Dienstag erklärt, die Voraussetzungen für eine ausreichende Rechtssicherheit seien erfüllt. Damit endete ein jahrelanges Tauziehen um eine ausreichende Sicherheit deutscher Firmen vor weiteren Klagen von NS-Opfern in den USA. Um mit der Auszahlung beginnen zu können, muss der Bundestag formal die Rechtssicherheit erklären. In den Entschädigungsfonds zahlen Bundesregierung und die Unternehmen jeweils fünf Milliarden Mark ein. Für die einzelnen Opfer sind Summen von bis zu 15.000 Mark vorgesehen. (APA)

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