110 Länder unter- zeichnen "Stockholmer-POP Konvention"

23. Mai 2001, 14:03
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Kaum abbaubare langlebige organische Giftstoffe werden verboten

Stockholm - Das Abkommen zur weltweiten Ächtung von zwölf besonders gefährlichen und langlebigen Umweltgiften ist am Mittwoch in Stockholm unterzeichnet worden. Dazu kamen Regierungsvertreter aus 110 Staaten - darunter auch Österreich - in der schwedischen Hauptstadt zusammen.

Bei den POPs (Persistant Organic Pollutants) handelt es sich um äußerst giftige und langlebige Stoffe, die in der Natur kaum abgebaut werden und über den Nahrungskreislauf auch den Menschen bedrohen. Dazu zählt zum Beispiel das Pflanzengift DDT, das zwar in Europa verboten, aber in vielen anderen Ländern weiter weiter eingesetzt wird, sowie Polychlorbiphenyle (PCB). Das Verbot von Herstellung und Verwendung der Stoffe ist als Fernziel in dem Abkommen festgeschrieben.

Zehn Chemikalien werden hauptsächlich zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt

Für zehn Chemikalien, die hauptsächlich zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden, gelten künftig umfangreiche Einschränkungen bei Produktion und Verwendung. Dabei muss das mögliche Umweltrisiko gar nicht lückenlos nachgewiesen sein, es reichen bereits Anzeichen, um Beschränkungsmaßnahmen zu ergreifen. Ausnahmen gibt es nur in wenigen Fällen (z.B. DDT zur Malariabekämpfung), und diese bedürfen eines umfangreichen Begründungsverfahrens.

Neu auf den Markt kommende Chemikalien dürfen keine POPs enthalten

Für Dioxine und Furane, die vor allem im Betrieb von Industrie- oder Müllverbrennungsanlagen entstehen, enthält die Konvention verbindliche Vorgaben zur weltweiten Einführung des jüngsten Standes der Technik. Neu auf den Markt kommende Chemikalien dürfen keine Eigenschaften von POPs mehr aufweisen und müssen daher ein entsprechendes Registrierungsverfahren durchlaufen.

Die Konvention tritt in Kraft, sobald sie von 50 Unterzeichnerstaaten ratifiziert ist und damit in nationales Recht umgesetzt wird. Da umfassende Umgestaltungen der einzelnen nationalen Chemie- und Handelsgesetze notwendig sein werden, dürfte das nicht vor 2003 der Fall sein.

Zwölf persistenten organischen Schadstoffen

Zu den zwölf persistenten organischen Schadstoffen rechnet man Aldrin, Chlordan, DDT, Dieldrin, Endrin, Heptachlor, Hexachlorobenzol, Mirex, Toxaphene, polychlorierte Biphenyle (PCBs), Dioxine und Furane. Sie reichern sich in Organismen an, sind kaum biologisch abbaubar und werden durch ihr Flüchtigkeitsverhalten weltweit verbreitet. Dadurch sind diese Substanzen auch in abgelegenen Gebieten wie arktischen oder hochalpinen Regionen feststellbar. Sie können schädliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt hervorrufen.(APA)

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