UN-Generalsekretär Annan fürchtet Ölexportstopp des Irak

23. Mai 2001, 10:48
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"Öl für Lebensmittel"- Programm läuft am 3. Juni aus

New York - UN-Generalsekretär Kofi Annan sieht eine "sehr ernste Situation" kommen, sollte Bagdad seine Drohung wahr machen und aus dem "Öl für Nahrung"-Abkommen aussteigen. "Ich hoffe, dass es nicht so weit kommt", sagte Annan am Dienstag am Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York. Die UN hätten große Probleme, das Geld für die Versorgung der irakischen Bevölkerung aufzubringen.

Am 3. Juni läuft das jeweils für sechs Monate gültige UNO-Hilfsprogramm "Öl für Lebensmittel" aus, das Bagdad seit 1996 erlaubt, begrenzte Mengen von Erdöl zu exportieren, um von dem Erlös Lebensmittel und Medikamente für die Bevölkerung einzuführen. Der irakische Präsident Saddam Hussein hatte am Montag damit gedroht, das Programm einzufrieren, sollte es von den USA abgeändert werden. Gegen die "intelligenten" Sanktionen wütete der irakische Präsident, sie seien "noch dümmer als die bisherigen".

Unterdessen nahm der Weltsicherheitsrat am Dienstagabend gemeinsam Beratungen über eine britische Initiative zu den Irak-Sanktionen auf. London schlägt dem höchsten Entscheidungsgremium der UNO vor, sich künftig auf ein Waffenembargo für Bagdad zu beschränken. Dafür könnten die vor knapp elf Jahren verhängten Handelssanktionen gegen den Irak unter bestimmten Bedingungen erleichtert oder sogar aufgehoben werden. (APA/dpa)

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    Öl für Lebensmittel - Schlangestehen bei der Rationszuteilung

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