Uni Campus Wien: Nun wird für Behinderte umgebaut

22. Mai 2001, 20:46
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Srb: "Bund verstößt gegen Verfassung"

Wien - Es sind Kleinigkeiten, die jetzt ausgebessert werden. Immerhin werden diese Maßnahmen dazu führen, dass der Uni-Campus ein bisschen behindertengerechter wird. Auch die "Finanznot" ist - nach einem Bericht des STANDARD - plötzlich kein Hindernis mehr: Beim Umbau des alten AKH zum Universitätscampus waren bloß am Reißbrett die Bedürfnisse von Studenten mit Behinderungen berücksichtigt worden - in der baulichen Umsetzung nicht.

Konkret wird der Aufzug bei der Tibetologie-Bibliothek für Behinderte benützbar gemacht, am ÖH-Büro und in der Bibliothek für Anglistik werden Glocken für Rollstuhlfahrer so installiert, dass sie um Einlass läuten können. Die Adaption der Lifte mit Braille-Schrift und Sprachkassetten für Blinde wird nun geprüft.

Der zuständige Uni-Vizerektor, Johann Jurenitsch, will "nicht mehr in der Vergangenheit forschen, warum der Campusbau nicht behindertengerecht umgesetzt wurde". Er müsse jetzt die budgetäre Entwicklung abwarten, ob weitere Maßnahmen gesetzt werden können. Die bald fließenden Mittel aus der "Universitätsmilliarde" seien leider anderweitig verplant. Denn für sie seien vom Ministerium bestimmte Verwendungszwecke vorgesehen gewesen - aber nicht für Behindertenanliegen.

Als "möglicherweise verfassungswidrig" bezeichnet Manfred Srb, vom Behindertenzentrum "Bizeps", den Bau des Uni-Campus. Das "Benachteiligungsverbot" in der Verfassung lege fest, dass der Bund verpflichtet sei, Behinderte gleich zu behandeln wie Nichtbehinderte. Das sei aber am Campus nicht so. (aw/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23./24. Mai 2001)

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