Sharon ruft zu sofortiger Waffenruhe auf

22. Mai 2001, 19:58
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"Frieden erfordert schmerzhafte Konzessionen auf beiden Seiten"

Jerusalem - Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon hat die Palästinenser am Dienstag zu einer sofortigen Waffenruhe aufgerufen. "Wenn die Palästinenser den Vorschlag akzeptieren, das Feuer einzustellen, werden auch wir das Feuer sofort einstellen", sagte Sharon auf einer vom Fernsehen übertragenen Pressekonferenz.

Eine Waffenruhe könne zur Umsetzung des Mitchell-Plans führen, erklärte Sharon. Die Vorschläge der internationalen Kommission unter Leitung des früheren US-Senators George Mitchell waren am Montag in New York vorgestellt worden. Auf den Waffenstillstand könnten laut Sharon vertrauensbildenden Maßnahmen folgen, wie sie die Mitchell-Kommission empfiehlt.

Sharon hält an Siedlungsausbau fest

Hinsichtlich des geforderten Siedlungsstopps in den palästinensischen Autonomiegebieten äußerte sich Sharon ausweichend. Er glaube, dass eine Formel gefunden werden könne, die die Palästinenser zufrieden stelle und zugleich einen Ausbau der Siedlungen entsprechend ihren gegenwärtigen Bedürfnissen erlaube.

Sharon schlug außerdem eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche vor, die im Jänner - kurz vor der Wahl in Israel - unterbrochen worden waren. "Ich fordere unsere Nachbarn auf, zu Verhandlungen zurückzukehren", sagte der Ministerpräsident. "Frieden erfordert schmerzhafte Konzessionen auf beiden Seiten und kann nur am Verhandlungstisch erreicht werden." (APA/AP)

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