Folsäure mit doppelter Wirkung für Frauen

22. Mai 2001, 19:43
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Das B-Vitamin schützt vor Brustkrebs und Demenz

Rochester/Stockholm - Zwei aktuelle Studien erhellen die gesundheitliche Bedeutung der Folsäure, einem Vitamin des B-Komplexes, das stark in Bohnen, Getreide und Spinat vorkommt. So berichtet Epidemiology, dass Frauen nach der Menopause, die mehr als ein halbes Glas Alkohol pro Tag trinken und zu wenig Folsäure zu sich nehmen, ein erhöhtes Brustkrebs-Risiko haben.

Nachdem die ForscherInnen der Mayo-Klinik Informationen über mehr als 34.000 Frauen ausgewertet hatten, kamen sie zum Ergebnis, dass diese Frauen um 59 häufiger an Brustkrebs erkrankten als jene Teilnehmerinnen, die gar keinen Alkohol konsumierten und sich ausreichend mit Folsäure versorgten. Alkohol, schreiben sie, würde im menschlichen Organismus zu Acetaldehyd, einer krebserregenbden Substanz, deren Wirkung allerdings durch ausreichend Folsäure neutralisiert würde.

Risiko Alzheimer

Ältere Menschen, die zu wenig Vitamin B12 und Folsäure mit der Nahrung aufnimmt, haben darüber hinaus ein erhöhtes Risiko, an Alzheimer zu erkranken, berichtet das Fachblatt Neurology.

Eine ForscherInnengruppe des Stockholm Gerontology Research Centers hatte das Blut von 370 Personen im Alter von mindestens 75 Jahren untersucht und anschließend den Gesundheitszustand der ProbandInnen drei Jahre lang beobachtet. Bei der Blutabnahme zu Studienbeginn hatten die StudienteilnehmerInnen keine Demenzdiagnose. Im Verlauf der folgenden drei Jahre entwickelte sich allerdings bei 78 Personen irgendeine Form von extremer Vergesslichkeit. Die erkrankten ProbandInnen mit einem niedrigen B12 und Folsäure-Spiegel waren mehr als doppelt so oft speziell von der degenerativen Gehirnerkrankung Alzheimer betroffen. Ein Defizit an den beiden B-Vitaminen führe zu einem erhöhten Spiegel der Aminosäure Homozystein, die wiederum die Nervenzellen stark schädigen kann, berichten die ForscherInnen.

(rbe/DER STANDARD, Printausgabe, 23./24.05.2001)

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