Mehr Chancen für Mädchen durch offene Berufswahl

22. Mai 2001, 19:22
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"Jump in!"-Tagung will Geschlechtsspezifika aufbrechen

Bregenz – Gemeinsame Anstrengungen zur Überwindung "geschlechtsspezifischen Berufswahlverhaltens" wollen Vorarlberg, Liechtenstein und der Schweizer Kanton St. Gallen unternehmen. Auftakt dazu war am Montag die Interreg-Tagung "Jump in!".

Frauenberufe nach wie vor beliebt

Die Ausgangssituation ist in den drei Nachbarregionen gleich: Immer noch sind es die "typischen Frauenberufe", die Mädchen reizen. 78 Prozent der Mädchen finden sich in den "Top Ten" der Lehrberufe. Über die Hälfte davon in den drei Lieblingsberufen Einzelhandelskauffrau, Bürokauffrau und Friseurin. Die Wahl der Burschen ist differenzierter, nur 59 Prozent favorisieren zehn Berufsgruppen. Die Konsequenz der Berufswahl: Frauen landen vor allem in Niedriglohnberufen, viele Berufsfelder bleiben ihnen gänzlich verschlossen.

Das Problembewusstsein in den drei Nachbarländern ist durch den Fachkräftemangel gestiegen. Klaus Mathis vom Bifo ( Berufs- und Bildungsinformation) Vorarlberg: "Eine gewisse Sensibilität ist vorhanden." Die Sensibilisierung soll nun auf verschiedenen Ebenen – in Kindergarten, Schule, Elternhaus und Betrieben forciert werden.

Frühe Vorbereitung auf Arbeitsleben

Die Vorbereitung auf den künftigen Beruf, waren sich die Expertinnen und Experten einig, muss sehr früh beginnen. "Im Kindergartenalter", empfahl Karl Jehle, Amtsvorstand der Berufsberatungsstelle Liechtensteins. Dort wird in Kooperation zwischen Berufsvorbereitungsstellen, Schule und Familie das künftige Arbeitsleben geplant. "Altersgerecht", wie der Psychologe betonte. Die Vernetzung zum Thema offene Berufswahl soll durch länderübergreifende Kooperationen der Berufsberatungseinrichtungen fortgesetzt werden. (red)

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