Frustrierte Libro -Aktienbesitzer lassen ihren Frust online freien Lauf

22. Mai 2001, 17:32
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"Vom Rettberg zum Gfrettberg" - "Aktie ins Klo spülen"

Wien - Der rasende Absturz der Libro-Aktie und die katastrophalen Konzernergebnisse bereiten nicht nur den Banken Kopfzerbrechen. Bei den Aktienbesitzern ist der Frust und Zorn mittlerweile ebenfalls ungebremst. Auf "derStandard.at" trudelten im Laufe des Tages etliche entsprechend aussagekräftige E-Mails ein. Im Internet gibt es seit einiger Zeit auch eine spezielle "rettetlibro"-Hompage, auf der User ihrem Ärger über die nicht umgesetzten Ankündigungen und Versprechen des Libro-Managements der vergangenen Monate Luft machen.

"Nicht nur der ehemalige Finanzvorstand, sondern der gesamte Vorstand gehört eigentlich ins Kriminal", erregt sich einer der "Standard-Online"-Leser. Nun könne man "dem Unternehmen nur wünschen, dass die Banken Libro auch lieb haben", so eine weitere Reaktion.

"Vom Rettberg zum Gfrettberg"

"Die UIAG macht sich's auch etwas leicht, zuerst bei der Telekom für den Libroanteil abcashen und dann jammern, klingt nach Heuchelei. Wie die Dolchstoßlegenden ganz schnell lanciert werden ist schon beachtlich. Ich erwarte demnächst in Anlehnung an "vom Saulus zum Paulus" die Memoiren des Vorsitzenden "Vom Rettberg zum Gfrettberg", sicherlich der Bestseller des Bücherherbstes hierzulande, mokiert sich ein weiterer Libro-Interessierter.

Zur Frage, welches die beste Strategie für die Libro-Aktie heißt es, "Die Aktie ins Klo zu spülen wäre meiner Meinung nach die richtige Strategie", so ein Anleger.

Seit einiger Zeit findet sich unter www.geocities.com/rettetlibro eine spezielle Hompage, auf der sämtliche Ankündigungen des Konzerns der vergangenen Monate zusammengefasst sind. Unter dem Link "Bilanzgags 00/01 heißt es etwa "Bilanz gerettet, Anleger veräppelt, Unschuld verloren, Equity Story kaputt: Nach einem Jahr, in dem André Rettberg seinen Aktionären Hoffnung verkauft hat, schlägt die Stunde der Wahrheit. Der Chef des Internet-Buchhändlers Libro hat bewirkt, dass sein Aktienkurs im Keller steht."

Den Usern wird empfohlen, ein Mail an Konzern-Chef Andre Rettberg zu senden ("Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung wie oft Ihnen als Anleger nicht die Wahrheit gesagt wurde. Wollen Sie Herrn Rettberg etwas sagen?") oder die Wertpapieraufsicht zu kontaktieren. (APA)

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