Videogame-Technologie als Bluetooth-Alternative

22. Mai 2001, 16:06
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"Spike" soll zuverlässiger und günstiger sein - Xbox als erster Abnehmer

Das kanadische Unternehmen Eleven hat auf der Electronic Entertainment Expo in Los Angeles mit einer marktreifen Alternative zum drahtlosen Bluetooth-Standard aufhorchen lassen. Die Eigenentwicklung namens "Spike" kommt aus dem Videogame-Bereich und soll durch die Kombination von "Frequenz-Hopping" und gleichzeitiger Nutzung mehrerer Übertragungskanäle zuverlässiger funktionieren als Bluetooth. Der angegebene Preis des Chipsatzes von 6,25 Dollar ist zudem um ein Vielfaches günstiger als jener für Bluetooth, der derzeit bei rund 100 Dollar liegt.

Chatfunktion möglich

Spike wurde für das "Wireless Gaming" zwischen mehreren Spielekonsolen entwickelt und beruht auf einem Transceiver namens QuadX, der bis zu acht konkurrierende Spieler miteinander verbinden kann. Eine Spike-fähige Konsole erlaubt den Spielern die freie Wahl der Peripheriegeräte, die drahtlos mittels Spike Wireless Controller mit der Konsole kommunizieren. Ferner steht wie bei Bluetooth neben dem Datenkanal auch ein Sprachkanal zur Verfügung, so dass mittels einer Chat-Funktion auch eine Sprachkommunikation der Spieler untereinander möglich wird. Spike setzt auf einen Hammerhead RISC Prozessor, der rund 500 Mio. Befehle pro Sekunde erledigen kann.

Auch PDAs sollen mittels Spike verknüpft werden

Eleven möchte mit Spike nicht nur Spielekonsolen, sondern auch andere mobile Endgeräte wie PDAs drahtlos miteinander verknüpfen. Im Gegensatz zu Bluetooth verwendet Spike ein Real-Time-Protokoll und verknüpft mehrere Frequenzen und Übertragungskanäle, wodurch es zu weniger Interferenzen kommen soll. Insider glauben, dass Spike vor allem durch seine Zuverlässigkeit und den günstigen Chipsatz-Preis eine ernstzunehmende Bluetooth-Alternative werden könnte. Einziger Nachteil sei, dass die Technologie nicht von über 100 Unternehmen unterstützt werde, sondern von einem kleinen Unternehmen in Edmonton stamme.

Xbox als erster Abnehmer

Zu den ersten Herstellern, die Spike für ihre Geräte einsetzen wollen, zählt unter anderem Thomson Consumer Electronics (RCA), der Spike in eine Reihe seiner Peripheriegeräte z.B. für Microsofts Xbox einbauen möchte. Spike kann als Plattform- und Produktlizenz erworben werden. Eleven Engineering wurde 1992 gegründet und hat sich auf die Entwicklung von drahtlosen Geräten und Technologien spezialisiert. So stammt auch der erste drahtlose Controller für die Sony Playstation aus dem Hause Eleven. (pte)

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    foto: spike
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