Europarat alarmiert über genitale Verstümmelung von Frauen

22. Mai 2001, 15:51
1 Posting

Praxis soll verboten werden

Istanbul - Der Europarat hat sich alarmiert über die genitale Verstümmelung afrikanischer Frauen geäußert. Jährlich würden mindestens zwei Millionen Frauen in rund 30 afrikanischen Ländern, aber auch in Europa, Opfer dieses barbarischen Brauchs, heißt es in einem am Dienstag in Istanbul veröffentlichten Bericht der Parlamentarischen Versammlung des Staatenbundes. Darin fordern die Abgeordneten die 43 Europaratsländer auf, diese Praxis strikt zu untersagen.

Dem Bericht zufolge wird die Verstümmelung - etwa ein Entfernen von Klitoris und Schamlippen - an Kindern afrikanischer Einwanderer in zahlreichen europäischen Ländern vorgenommen. Meist seien es alte Frauen, die den Eingriff ohne Narkose und mit einfachen Messern oder Rasierklinken tätigten, erläuterte die Berichterstatterin, die Schweizer Sozialdemokratin Ruth-Gaby Vermot-Mangold. Für die Mädchen sei dies ein traumatisches Erlebnis, unter dem sie ihr Leben lang zu leiden hätten - falls sie überlebten. So beeinträchtige die Verstümmelung nicht nur das sexuelle Leben der Frauen; die Narben machten auch jede Geburt zu einem tödlichen Risiko, betonte die Schweizerin, die studierte Ethnologin und Afrika-Expertin ist. (APA)

Share if you care.