Motorola Österreich 2000 mit Umsatzminus - GPRS soll Wende bringen

22. Mai 2001, 15:09
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Fünf neue GPRS-Handys bis Herbst - Breitband-Services sollen verstärkt werden

Motorola Österreich, eine Tochter des US-Handyherstellers, hat im Jahr 2000 einen Umsatzrückgang auf 1,2 Mrd. S (87,2 Mill. Euro) gegenüber dem Rekordjahr 1999 (1,5 Mrd. S) verbucht. Heuer will das Unternehmen, das weltweit auf Platz zwei und sich in Österreich mit Alcatel den vierten Platz teilt, vor allem durch Handys mit der mobilen Internettechnologie GPRS (General Packet Radio System), den Vertrieb mobiler Applikationen und Breitband-Systemen Marktanteile gewinnen und die Umsätze steigern, sagte Motorola-Österreich-Chef Peter Levak heute, Dienstag, zur APA. In zwei bis drei Jahren will Motorola in Österreich Marktzweiter werden.

Mehrmonatiges Personalloch

Der Umsatzrückgang im Vorjahr sei auf ein mehrmonatiges Personalloch im Mobiltelefonie-Vertriebsbereich zurückzuführen, das auf Grund des allgemein herrschenden Personalmangels nicht rechtzeitig aufgefüllt werden konnte, erläuterte Levak. Die GPRS-Offensive - Motorola war in Österreich mehrere Monate hindurch als einziger Hersteller mit einem GPRS-Handy am Markt - habe in den ersten Monaten des Jahres 2001 zu einer deutlichen Steigerung des Handy-Absatzes geführt. Ab sofort produziere Motorola - abgesehen von einem Handy im Billigpreissegment - nur mehr GPRS-Handys, im Sommer und Herbst würden fünf neuen GPRS-Modelle auf den Markt kommen.

"Ich glaube nicht, dass es künftig keine Killer-Applikation geben wird"

Die Mobilfunk-Penetration, die in Österreich derzeit bei etwa 72 Prozent liegt, werde sich mittelfristig bei 80 Prozent einpendeln, meint Levak. Steigen werde jedoch der Mehr-Handy-Trend. Die größte Herausforderung sei derzeit, den Markt auf die Datenwelt einzustimmen und vorzubereiten. "Ich glaube nicht, dass es künftig keine Killer-Applikation geben wird. Es wird vielmehr ein individualisierter Markt sein", so Levak.

Die Akzeptanz von neuen mobilen Technologien hänge nicht allein vom Funktionieren der Technologien, sondern vielmehr vom Angebot der individuellen Lösungen ab. Motorola vertreibt in Österreich seit kurzer Zeit auch selbst mobile Anwendungen wie beispielsweise die Spiele "Trivial Pursuit" und "Wer wird Millionär?". Weiter Anwendungen - auch im Business-Bereich - würden noch heuer folgen, so Levak.

Neue Kundschaft

Seit Jahresbeginn 2001 ist Motorola Österreich auch mit dem Geschäftsbereich Breitband-Kommunikation- zunächst für Geschäftskunden - vertreten. Noch heuer soll dieses Segment auch für Privatkunden geöffnet werden, kündigte Levak an. Motorola konzentriert sich dabei auf den Vertrieb und das Service von integrierten Breitband-Lösungen. Auch Kabelmodems, Setup-Boxen und Video on demand gehören zur Angebotspalette.

Motorola ist in Österreich mit den Geschäftsbereichen Mobiltelefone, Funkgeräte und -systeme, Funktelefonnetzen und Breitbandlösungen präsent. (APA)

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