VP-Rauch-Kallat möchte "Elternführerschein"

22. Mai 2001, 15:40
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SP-Kuntzl kontert: ÖVP wolle scheinbar "Gsunde-Watschn-Pass"

Wien - ÖVP-Generalsekretärin Maria Rauch-Kallat spricht sich für die Einführung eines "Elternführerscheins" aus: "Für alles im Leben gibt es eine Ausbildung. Für das Auto braucht man einen Führerschein, aber für das wichtigste, die Kindererziehung gibt es keine adäquate Vorbereitung." Mittels TV-Videos oder Seminaren sollten Eltern nach den Vorstellungen Rauch-Kallats auf die Kindererziehung vorbereitet werden.

In den Mutter-Kind-Pass einbauen

Den "Führerschein für alle werdenden oder gerade gewordenen Eltern" will Rauch-Kallat in den Mutter-Kind-Pass einbauen. Übrigens hatte Rauch-Kallat diese Idee bereits 1993 und 1994 als Familienministerin verfolgt. Schon damals sprach sie sich für eine gesetzliche Verankerung der Elternbildung aus, ist jedoch am Veto des Koalitionspartners SPÖ gescheitert.

"Unbegabte Eltern"

Zum Thema "Erziehung" äußerte sich auch Bischof Kurt Krenn: "Schwierige Kinder" seien "die Sache nicht besonders begabter Eltern". Zur "gsunden Watschn" meinte Krenn: "Sie muss nicht der richtige Weg sein, aber ganz falsch ist sie nicht." Zur "Aufmerksamkeitserweckung" sei eine Tachtel "o.k.".

Die Grüne Abgeordnete Madeleine Petrovic reagiert darauf empört. Denn auch für Kinder gelten zentrale Menschenrechte wie die körperliche Unversehrtheit. Rauch-Kallats Idee eines "Elternführerscheins" bezeichnete sie als "dumm und konservativ".

"Gsunde-Watschn-Pass"

Die Volkspartei wolle offenbar einen "Gsunde-Watschn-Pass" für den Privatbereich einführen, kritisierte SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kuntzl. Und offensichtlich spreche der St. Pöltner Diözesanbischof Kurt Krenn aus, was sich die ÖVP denke, nämlich dass "eine Tachtel ok ist".

Rauch-Kallat solle der Öffentlichkeit den konkreten "Strafmaßnahmenkatalog", den sie künftigen Eltern mit auf den Weg geben möchte, näher erläutern, und außerdem erklären, welche Strafen ihr wiederum für jene Mütter und Väter vorschweben, die den von ihr favorisierten autoritären Erziehungsstil nicht pflegen wollen. Kuntzl sprach von einem neuen Vorstoß in Richtung autoritäre Erziehung, der sich bereits durch den "Rohrstaberlerlass in Schulen" abgezeichnet habe. (APA)

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