Neandertaler vermieden Fisch am Speiseplan

22. Mai 2001, 16:53
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Ein Grund warum die "frühen Menschen" über die Neandertaler triumphierten

Bradford - Die aquatische Ernährung der frühen Menschen könnte ihnen zu ihrem Triumph über die Neandertaler verholfen haben. Wie die BBC berichtet, deuten neue Forschungsergebnisse darauf hin, dass die vor 20 bis 30.000 Jahren lebenden Menschen sich teilweise bereits von Wasservögeln und Fischen ernährt haben. Die Archäologen um Michael Richards von der University of Bradford gehen davon aus, dass diese zusätzliche Nahrungsquelle beim Knapperwerden großer Beutetiere wie Bison und Rentier von entscheidender Bedeutung war.

Die Ergebnisse dieser Studie basieren auf chemischen Analysen von Knochenfunden aus dem heutigen Tschechien, Großbritannien und Russland. Die Ergebnisse wurden mit Proben von zur gleichen Zeit in Europa lebenden Neandertalern verglichen. Die Isotopenanalyse ergab, dass bei den frühen Menschen ungefähr die Hälfte des Proteins der Ernährung von Fischen aus dem Frischwasser und Wasservögeln stammte. Die Hauptproteinquelle der Neandertaler waren hingegen Rinder, Rotwild und Mammuts.

Richards erklärte, dass die frühen Menschen über eine ausgewogenere Ernährung verfügten. "Ihre Geschicklichkeit beim Fischen und Vögelfangen zeigt, dass sie viel anpassungsfähiger als die Neandertaler waren." Zusätzlich sollen sie bereits in der Lage gewesen sein, Fisch durch Trocknen oder Pöckeln für die Lagerung haltbar zu machen. Paul Pettitt von der Oxford University ergänzte, dass die Neandertaler sich zu sehr auf die Jagd von großen Tieren verlassen hätten. "In mancher Hinsicht waren sie Opfer ihrer eigenen Erfolge. Sie verbrachten die meiste Zeit damit, mittelgroße bis große Pflanzenfresser zu jagen. Veränderte sich diese Population oder trat ein neuer Mitbewerber auf den Plan, verfügten sie über keine ernsthafte Alternative." (pte)

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