Molterer hält an Dialog mit Tschechien über Temelin fest

22. Mai 2001, 14:23
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Umweltminister will "auf der Basis von Melk weiterarbeiten"

Wien - Umweltminister Wilhelm Molterer (V) hält trotz heftiger Kritik von Atomgegnern und der Opposition am Dialog mit Tschechien über das umstrittene Atomkraftwerk Temelin fest. Der so genannte Prozess von Melk sei ein "sauberer, solider und vor allen Dingen alternativloser Weg" zur einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) und Sicherheitsüberprüfung des AKW Temelin. "Die von Prag gelieferten Informationen sind eine geeignete Grundlage diesen Prozess fortzusetzen", erklärte Molterer am Dienstag nach Beratungen mit Experten des Umweltministerium. Massive Kritik kam an der Haltung des Ministers kam von Umweltschützern sowie von den Oppositionsparteien SPÖ und Grüne. Atomgegner drohten mit neuen Grenzblockaden.

Wichtige Informationen

Erstmals habe Prag sich offen und in schriftlicher Form mit Überlegungen zu einer möglichen Nicht-Inbetriebnahme des AKW Temelin auseinandergesetzt, betonte Molterer am Dienstag in einer Aussendung. Darüber hinaus seien wichtige Informationen über den Zustand der Turbine sowie "Informationen, die einen Ansatz bieten, die Folgen schweren Unfälle zu bewerten", geliefert worden. Weiterer Klärungsbedarf in einzelnen Punkten der vorgelegten Unterlagen, etwa hinsichtlich der von tschechischer Seite dargestellten Energieszenarien, sei durchaus gegeben, betonte Molterer. "Wir sind jedoch der Überzeugung, dass diese Fragen im Verlauf einer konsequenten Fortsetzung des Melker Prozesses zu besprechen sind."

Der im Umweltministerium zuständige Sektionschef Ernst Streeruwitz betonte, dass der Wunsch Österreichs nach einer Nicht-Inbetriebnahme Temelins natürlich aufrecht bleibe. Prag habe aber neues Material vorgelegt, das geprüft werde und zum Teil Grundlage eigener österreichischer Berechnungen sei. (APA)

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