Spitzelaffäre: Kreißl glaubte an Wanzen im FP-Klub

22. Mai 2001, 14:20
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An viele andere Ungereimtheiten kann sich der F-Mandatar nicht erinnern

Wien - Der in Sachen "Spitzelaffäre" tätige Untersuchungsrichter Stefan Erdei hat am Montag vergangener Woche den Wiener FPÖ-Mandatar und Landesparteisekretär Michael Kreißl einvernommen, das 21-seitige Protokoll findet sich nun in der Info-Illustrierten "News" wieder. Tenor: Kreißl gibt unverdächtige Erklärungen zu ihm vorgehaltenem Belastungsmaterial oder kann sich nicht erinnern. Zur APA meinte Kreißl in einem Telefonat: "Ich habe alles gesagt, was ich weiß. Mein Gewissen ist absolut rein." Er sehe dem Fortgang des Verfahrens "mit großer Gelassenheit" entgegen.

Die Vorhalte des U-Richters betrafen auch jene sieben Eintragungen in seinem Kalender ("Penk - Wanze") auf Grund derer vermutet worden war, dass Kreißl geplant habe, das Büro von Wiens Bürgermeister Michael Häupl verwanzen zu lassen. Kreißl rechtfertigte sich, er habe den Hinweis erhalten, dass der FPÖ-Klub im Rathaus verwanzt sein könnte und habe dies vom Privatdetektiv Penk-Lipovsky überprüfen lassen. Zu einer anderen Eintragung - "Klestil Kredit" - meinte Kreißl, er könne sich nicht mehr erinnern, wahrscheinlich habe ihn ein Informant etwas über Klestil erzählen wollen.

Danach befragt, warum ihn "Spitzel-Aufdecker" Josef Kleindienst so "eintunken" wolle, meinte Kreißl, er habe mit Kleindienst einmal unter vier Augen wegen dessen unmoralischen Lebenswandel kritisiert. Man habe daraufhin über dieses Thema wiederholt gestritten. Außerdem sei Kleindienst beleidigt, weil er nicht Abgeordneter zum Nationalrat geworden sei, wird Kreißl in "News" zitiert. (APA)

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