Rechtsextreme Homepage gestaltet: Ein Jahr bedingte Haft

22. Mai 2001, 13:58
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Plus Geldstrafe - Urteil bereits rechtskräftig

Im Wiener Straflandesgericht ist am Dienstag, der Betreiber einer rechtsextremen Homepage wegen NS-Wiederbetätigung im Sinne des Verbotsgesetzes schuldig gesprochen worden. Ein Schwurgericht (Vorsitz: Anthony Wächter) verurteilte den 31-jährigen Peter S. zu einem Jahr bedingter Haft sowie einer Geldbuße von 24.000 Schilling. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Hakenkreuze, SA-Abzeichen und SS-Embleme

Auf seiner Website hatte der gelernte Spengler für nationalsozialistisches Gedankengut geworben. Hakenkreuze, SA-Abzeichen und SS-Embleme stachen den Besuchern von "Michael's Homepage" sofort ins Auge. "Auch rechtsradikale Elemente haben bedauerlicherweise die Möglichkeiten des Mediums Internet erkannt", stellte Staatsanwalt Karl Schober fest.

Der Angeklagte verbreitete nicht nur eigene Ideen, er offerierte vor allem Links zu anderen Adressen, die der Staatsanwalt "Hardcore-Seiten für Nationalsozialismus" nannte. Dazu zählte auch das berüchtigte Thule-Netz.

"Eine Zufallsbekanntschaft. Er war ein gemütlicher Kerl."

"Ich hab mich politisch nie irgendwo aktiv betätigt", betonte Peter S. Zugegeben, in seiner Lehrzeit habe er Kontakt mit Gottfried Küssel, dem Gründer der "Volkstreuen Außerparlamentarischen Opposition" (VAPO), gehabt: "Eine Zufallsbekanntschaft. Er war ein gemütlicher Kerl."

Der 31-Jährige bekannte sich zwar formell schuldig, ließ aber jegliche Schuldeinsicht vermissen. "Diese Homepage habe ich eigentlich eingerichtet wegen der Musik", erklärte er. Er habe seinen Besuchern "Hardrock" anbieten wollen und "Passendes" aus dem IWorld Wide Web übernommen: "Leider habe ich vergessen, mich von den politischen Inhalten zu distanzieren. Das war eine Riesenblödheit. Heut würde ich das nicht mehr machen, wenn ich sehe, was dabei rauskommt." (APA)

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