Mehrheit in Ost-Timor weiß zu wenig über anstehende Wahl

22. Mai 2001, 12:46
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Am 30. August soll über Verfassungsgebende Versammlung entschieden werden

Dili - Drei Monate vor den ersten demokratischen Wahlen in Osttimor ist der Wissensstand der Bevölkerung über die Abstimmung einer Erhebung zufolge noch äußerst mangelhaft. Nur fünf Prozent der befragten Wahlberechtigten sei bekannt gewesen, weshalb sie am 30. August über eine Verfassungsgebende Versammlung entscheiden sollen, teilte die Hilfsorganisation Asia Foundation am Dienstag in der osttimoresischen Hauptstadt Dili mit. Aus dem 88-köpfigen Gremium soll später das erste Parlament Osttimors hervorgehen.

Drei Viertel der mehr als 1500 Befragten hätten zwar von den Wahlen gehört, nur knapp ein Drittel habe aber von dem Termin gewusst. Die politischen Parteien seien den meisten unbekannt. Von den rund 800.000 Einwohnern Osttimors sind knapp zwei Drittel wahlberechtigt.

Die ehemals portugiesische Kolonie wird derzeit noch von einer UNO-Übergangsregierung verwaltet. Im August 1999 hatte sich die Bevölkerung mit überwältigender Mehrheit für eine Loslösung der Inselhälfte von Indonesien ausgesprochen, das Osttimor 1976 annektiert hatte. Nach dem Votum hatten pro-indonesische Milizen in einer Orgie der Gewalt bis zu 7000 Menschen getötet und mehr als eine Viertelmillion Einwohner in die Flucht getrieben. (APA/dpa)

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