Taiwans Präsident traf New Yorker Bürgermeister

23. Mai 2001, 17:44
posten

Begegnung vom Weißen Haus gebilligt - Protest von China

New York - Der taiwanische Präsident Chen Shui-bian ist bei seinem USA-Besuch am Dienstag auch mit dem New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani zusammengetroffen. Die Tatsache, dass diese private Begegnung im Waldorf-Astoria Hotel in New York von der US-Regierung gebilligt wurde, dürfte die derzeit ohnehin nicht guten amerikanisch-chinesischen Beziehungen weiter belasten. Chen besuchte danach unter anderem auch die New Yorker Börse.

Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums Zhu Bangzao bewertete die Tatsache, dass die US-Regierung den Besuch Chens in New York zugelassen hat, als Zeichen für eine härtere Linie in der Politik gegenüber China. China betrachtet Taiwan, das sich 1949 während des Bürgerkriegs abspaltete, als abtrünnige Provinz. Die Volksrepublik hat Taiwan immer wieder gedroht, eine Wiedervereinigung notfalls mit Gewalt durchzusetzen.

Bei einem Amerikaaufenthalt im vergangenen Jahr hatte Chen die meiste Zeit in seinem Hotelzimmer verbracht. Die Regierung von Präsident Bill Clinton hatte damals den Kongressmitgliedern nahe gelegt, sich nicht mit Chen zu treffen.

"Eingriff in Chinas innere Angelegenheiten"

China hat am Mittwoch scharf gegen einen Kurzbesuch des taiwanesischen Präsidenten Chen Shui-bian in den Vereinigten Staaten protestiert. Chens Zwischenstopp in New York vom Montag sei ein "schwerer Eingriff in Chinas innere Angelegenheiten", kritisierte der stellvertretende Außenminister Zhou Wenzhong laut der Nachrichtenagentur Xinhua. Chen hatte sich vor einer Rundreise durch fünf Staaten Südamerikas in New York mit Abgeordneten des US-Kongresses sowie mit Bürgermeister Rudolph Giuliani getroffen.

Zhou sagte weiter, das "Fehlverhalten der US-Regierung" stelle die jünsten Absprachen zwischen Washington und Peking in Frage. Die US-Regieurung unterstütze damit die "Arroganz der separatistischen Kräfte, die die Unabhängigkeit Taiwans wollen". Die Volksrepublik betrachtet Taiwan als abtrünnige Republik. Taipeh bezeichnete Chens Besuch am Mittwoch hingegen als "diplomatischen Durchbruch". (APA/AP)

Share if you care.