Guerilla lehnt Vorschlag Bogotas zu Friedensgesprächen ab

22. Mai 2001, 11:45
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Sicherheitsmaßnahmen nach Autobomben-Fund verschärft

Bogota - Die linksgerichtete kolumbianische Guerillaorganisation Nationales Befreiungsheer (ELN) hat einen Vorschlag der Regierung zur Wiederaufnahme der vor einem Monat ausgesetzten Friedensgespräche abgelehnt. Das ELN-Kommando habe dem Regierungsbeauftragten für den Frieden, Camilo Gomez, ein entsprechendes Schreiben übermittelt, berichtete der private Fernsehsender Caracol am Montag.

Die neue Regierungsinitiative sieht unter anderem Vorschläge zur "baldigen Wiederherstellung" des Kontakts mit der ELN, der mit rund 4500 Kämpfern zweitgrößten linken Guerillagruppe des Landes, und neue Verhandlungen in einer entmilitarisierten Zone vor.

Drei Tage nach einem Autobombenanschlag in Medellin, bei dem acht Menschen getötet und 130 verletzt wurden, entschärfte die Polizei am Montag in der Hauptstadt Bogota eine 250 Kilo schwere Autobombe. Das mit dem Sprengsatz präparierte Fahrzeug war nach Polizeiangaben vor dem Redaktionsgebäude der kommunistischen Wochenzeitung "La Voz" geparkt. Nach dem Fund der Autobombe wurden in den größten Städten die Sicherheitsvorkehrungen verschärft.

In dem bereits seit 37 Jahren andauernden kolumbianischen Bürgerkrieg zwischen linker Guerilla, rechten Paramilitärs und der Armee starben bisher mehr als 200.000 Menschen. In dem Konflikt geht es unter anderem um die Kontrolle von Drogenanbaugebieten. Im Oktober 1999 nahmen ELN und die größere Rebellenorganisation Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (FARC) getrennte Friedensverhandlungen mit der Regierung auf, ohne jedoch einen Waffenstillstand zu vereinbaren. (APA)

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