Mazedonien: Wieder Schießereien nahe Tetovo

22. Mai 2001, 14:37
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Albanischer Rebellenführer in Südserbien festgenommen

Skopje/Bujanovac - Im Nordwesten Mazedoniens nahe der Grenze zum Kosovo hat es am Dienstag neue Kämpfe gegeben. In mehreren Dörfern um die Stadt Tetovo seien Schüsse von albanischen Rebellen abgefeuert worden, sagte ein Polizeisprecher in Skopje. Die Kämpfe drohten eine weitere Ortschaft zu erfassen. In Südserbien haben Soldaten der Kosovo-Truppe KFOR unterdessen den albanischen Rebellenführer Muhamet Xhemajli festgenommen, der sich als einziger einem Abkommen mit der Regierung und der Auflösung seiner Einheit in der südserbischen Pufferzone widersetzt hatte.

Xhemajli, der sich "Commander Rebel" nannte, sei am Montagabend verhaftet worden, als er versucht habe, ins Kosovo zu gelangen, erklärte der stellvertretende serbische Ministerpräsident Nebosja Covic. Damit seien alle Voraussetzungen für die vollständige Rückkehr der jugoslawischen Truppen in die Pufferzone zum Kosovo erfüllt, sagte Covic. Xhemajli wurde nach Angaben eines serbischen Regierungssprechers in die US-Kaserne Bondsteel im Kosovo gebracht. Die KFOR-Truppen äußerten sich zunächst nicht.

Abkommen zur Rückkehr serbischer Truppen unterzeichnet

Die serbische Regierung und die KFOR-Friedenstruppe hatten am Sonntag ein Abkommen unterzeichnet, in dem die Details für die Rückkehr der Truppen festgehalten wurden. Armee und serbische Polizei sollen ab Donnerstag auch in das letzte Fünftel des fünf Kilometer breiten Streifens an der Grenze zum Kosovo einziehen. Die KFOR will nach amerikanischen Militärangaben ihre Präsenz in dem Gebiet verstärken.

Ein weiterer maßgeblicher Anführer der albanischstämmigen Rebellen in Südserbien hatte am Montag den bewaffneten Kampf aufgegeben. Shefket Musliu unterzeichnete eine Erklärung, in der er versprach, seine Organisation bis Ende des Monats aufzulösen. Er appellierte dabei auch an die jugoslawischen Streitkräfte, die Albaner in der Pufferzone mit Respekt und Würde zu behandeln.

Albanische Separatisten sammeln sich im Kosovo

Hunderte albanischer Separatisten haben sich schon aus der Zone in das Kosovo zurückgezogen. Die Pufferzone wurde 1999 zwischen dem von der KFOR besetzten Kosovo und dem übrigen Südserbiens eingerichtet. Dort waren seit vergangenem November albanische Separatisten eingedrungen und hatten unter Ausnutzung der Abwesenheit jugoslawischer Truppen mehrere Dörfer besetzt.

In Mazedonien wurden um das von Albanern bewohnte Bergdorf Sipkovica bei Tetovo bewaffnete Wachen postiert, hieß es. Es sei unklar, ob es sich um bewaffnete Dorfbewohner oder Rebellen der UCK-Freischärlergruppe handle. Die mazedonischen Sicherheitskräfte dürften die Ortschaft nicht mehr betreten. Nach Militärangaben wurden am Montag bei der Offensive gegen albanische Rebellen im Dorf Slupcane 25 UCK-Kämpfer getötet. (APA/dpa/AP)

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