Erste investierte bisher 14 Milliarden in Ostexpansion

27. Mai 2001, 14:16
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10 Millionen Kunden angepeilt

Pörtschach - Die Erste Bank hat bisher für Akquisitionen in Zentraleuropa rund 14 Mrd. S (mehr als 1 Mrd. Euro) ausgegeben, sagte Vorstandsdirektor Reinhard Ortner am Mittwoch bei der Sparkassentagung in Pörtschach. "Wir konnten die Banken zu relativ günstigen Preisen erwerben, da auch das Umfeld gestimmt hat."

Die europäische Expansion erhöhe den Marktwert der Erste Bank und sichere die Existenz der Gruppe. "Je größer wir werden, umso günstiger können wir produzieren."

Von den mittlerweile mehr als 30.000 Beschäftigten der Erste-Gruppe ist nur mehr ein Viertel in Österreich tätig, in der Erste Bank AG Wien sind es nur 13 Prozent. "Wir sind ein internationaler Konzern geworden", so Ortner.

Mit mehr als 8 Mill. Kunden - davon 6 Millionen aus Osteuropa - liege die Gruppe jetzt schon unter den zehn größten Retailbankengruppen Europas. Ziel sei es, auf 10 Millionen Kunden zu kommen. Nach den beiden letzten Großakquistionen (Ceska Sporitelna, Slovenska Sporitelna) hat sich die Erste Bank wie berichtet kurzfristig eine Akquisitionspause verordnet. Dennoch wird regional nach weiterer Marktausweitung gestrebt. In Ungarn sei die Erste gerade dabei, von einer örtlichen Sparkasse sechs Filialen samt Kundenstock zu erwerben, um das Filialnetz der bestehenden Ungarn-Tochter (60 Standorte) auszudehnen.

Europa werde in naher Zukunft nicht von "paneuropäischen Retailbanken" beherrscht werden. Vielmehr würden sich Gruppen in Regionen bilden. Heimmarkt der Erste-Gruppe in Zentraleuropa ist Tschechien, Slowakei, Slowenien, Ungarn, Kroatien. "Diese Länder brauchen starke Banken, die gerade die mittelständische Wirtschaft auf ihrem Weg in die EU mitfinanzieren", sagte Ortner. Gerade diese Region werde in den nächsten fünf bis zehn Jahren überdurchschnittliche Wachstumsraten aufweisen, ebenso die Nachfrage nach Bankdienstleistungen.

Mit der Osteuropabank EBRD sei mittlerweile "paktiert", dass sie ein knapp 20-prozentiges Aktienpaket der slowakischen Erste-Neuerwerbung Slovenska Sporitelna (SLSB) übernimmt, sagte Ortner heute. Damit sinkt wie berichtet der Anteil der Ersten an der slowakischen Großbank auf 67 Prozent. (APA)

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