Gebrauchte Kindersitze sind oft gefährliche Schnäppchen

22. Mai 2001, 12:10
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Konsumentenschützer raten ECE-Zeichen zu überprüfen

Wien - Ein paar Tausender kann ein Kindersitz für das Auto schon kosten. Viele Eltern sehen sich daher nach einem gebrauchten um. Das Verbrauchermagazin "Konsument" hat Rückhaltevorrichtungen getestet, wie sie auf Tauschbörsen, Flohmärkten oder Secondhandshops angeboten werden. Das Ergebnis: Viele entsprechen nicht mehr den Sicherheitsanforderungen, Bedienungsanleitungen fehlen, auch Fachleute können das Material nicht testen.

Die untersuchten Babyschalen waren noch halbwegs sicher, heißt es im Testbericht. Grund sei die Montage entgegen der Fahrtrichtung. Die Kopfbelastung war gering, Verletzungen am Vordersitz durch ein Zurückpendeln des Kopfes waren aber möglich.

Bei den Gruppe-1-Sitzen für Kinder von neun bis 18 Kilo schaffte nur ein einziges Exemplar den Test. Laut Konsument war es der einzige Sitz, der nach der ECE-Norm R44/03 geprüft war. Alle anderen hatten nur das veraltete R44/02 Zeichen oder überhaupt keines. Bei vier Sitzen wäre die Kopfbelastung beim Crashtest tödlich gewesen, in einem Fall wurde sogar der Kopf des Dummys weggeschleudert.

Sitze mit dem Zeichen 02 dürfen seit dem 1. Jänner nicht mehr verkauft werden

Die Sitze mit dem Zeichen 02 dürfen seit dem 1. Jänner dieses Jahres nicht mehr verkauft werden. In Einzelfällen wären sie aber laut "Konsument" noch im Handel aufgetaucht. Die Verantwortlichen hätten aber versichert, dass dies in Zukunft nicht mehr passieren werde.

Wer wirklich einen gebrauchten Kindersitz kauft, sollte auf die ECE-Norm achten, so die Zeitschrift. Die Prüfnummer muss mit 03 beginnen. Ältere Modelle, deren Prüfnummer mit 02 begann, hatten die Crashtests nicht bestanden. Wichtig sei auch die Bedienungsanleitung. Sie gibt Aufschluss über die richtige Montage. Und wer den Vorbesitzer nicht kennt, weiß über die Belastungen, denen der Sitz ausgesetzt war, nicht Bescheid. (APA)

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