Albanischer Rebellenführer Muhamet Xhemaili festgenommen

22. Mai 2001, 06:08
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Nach Weigerung die Waffen in der südserbischen Pufferzone niederzulegen

Belgrad - Jugoslawische Soldaten haben am Montagabend den albanischen Rebellenführer Muhamet Xhemaili festgenommen, der sich bis zuletzt geweigert hatte, die Waffen in der südserbischen Pufferzone niederzulegen. Xhemaili sei bei dem Versuch aufgegriffen worden, die Grenze zur mehrheitlich von Albanern bewohnte Nachbarprovinz Kosovo zu überschreiten, verkündete der stellvertretende serbische Ministerpräsident Nebojsa Covic im Radiosender B-92.

Abtrünnige Gruppe

Xhemailis Kämpfer hatten sich erst am Montag bereit erklärt, sich den anderen Rebellengruppen der "Befreiungsarmee für Presevo, Medvedja und Bujanovac" (UCPMB) anzuschließen und ihren Kampf um einen Anschluss der mehrheitlich von ethnischen Albanern bewohnten Region an das Kosovo zu beenden. Die abtrünnige Gruppe hatte bisher die Region von Car im Norden des sogenannten B-Sektors der Pufferzone kontrolliert, in die am Donnerstag erstmals seit dem Kosovo-Krieg wieder jugoslawische Sicherheitskräfte zurückkehren sollen.

Amnestie zugesichert

Die NATO hatte in der vergangenen Woche die Rückkehr der jugoslawischen Streitkräfte in die gesamte Pufferzone zugelassen. Die Armee kontrolliert seit 14. März bereits wieder Dreiviertel der Zone, die 1999 als Puffer zwischen ihr und der Kosovo-Friedenstruppe KFOR eingerichtet worden war. Albanische Rebellen nutzten sie jedoch in der Folgezeit als Ausgangspunkt für Angriffe. Ihnen wurde eine Amnestie zugesichert, wenn sie ihren Kampf beenden und sich aus der Zone zurückziehen. (APA)

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