Palästinenser fordern Gespräche auf Basis des Mitchell-Berichts

21. Mai 2001, 21:51
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Seit Beginn des Aufstands kamen 540 Menschen ums Leben

Jerusalem/Paris - Die Palästinenser haben am Montag ein Nahost-Gipfeltreffen gefordert, um auf der Grundlage des Mitchell-Berichts Wege zur Beendigung der seit acht Monaten anhaltenden Gewalt zu finden. Informationsminister Yasser Abed Rabbo sagte nach der Veröffentlichung des Mitchell-Berichts, alle Parteien des Gipfels von Sharm el Sheikh müssten über die Umsetzung der Empfehlungen beraten. In Sharm el Sheikh hatten sich im Oktober vergangenen Jahres Israelis, Palästinenser und ein US-Unterhändler getroffen und sich auf die Kommission unter Leitung des früheren US-Senators George Mitchell verständigt. Sie hat die Ursachen des im September ausgebrochenen Aufstandes untersucht und ihren Bericht in New York veröffentlicht.

Ein Sprecher des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon warf den Palästinensern ein falsches Spiel vor und sagte, erst müsse die Gewalt beendet werden, um sich dann wieder an den Verhandlungstisch setzen zu können. Seit Ausbruch des Aufstandes Ende September sind mehr als 540 Menschen gestorben, zumeist Palästinenser. Seitdem eskaliert die Gewalt. Auf Selbstmord-Anschläge und die Beschießung von Siedlungen reagiert die israelische Armee mit dem Vorrücken auf Palästinenser- Gebiete und mit der Zerstörung von Einrichtungen der Palästinenser-Polizei.

Sowohl Palästinenser als auch Israelis reagierten teilweise positiv auf den Mitchell-Bericht. Umstritten ist weiterhin die Frage der jüdischen Siedlungen. Während die Palästinenser die Empfehlung begrüßten, dass Israel den Bau von Siedlungen einstellen müsse, lehnt Israel dies ab. Sharon will weiterhin bestehende Siedlungen vergrößern, wenn deren Bevölkerung wächst. Im Westjordanland und im Gaza-Streifen leben 200.000 jüdische Siedler in 145 streng bewachten Siedlungen. In den Gebieten leben zugleich drei Millionen Palästinenser. Hier will Präsident Yasser Arafat den Palästinenser-Staat mit Jerusalem als Hauptstadt ausrufen. (APA/Reuters/dpa)

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