Eine Stiftung sucht ihren Vater

21. Mai 2001, 20:21
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Kurator Pekarek adoptiert von Strobl

Wien - Ob die ORF-Stiftung in Sachen Entpolitisierung oder Nichtfiletierung ein Erfolg wird, vermochte Montag, dem letzten Tag der Entwurfsbegutachtung, keiner zu sagen. Mehrere Väter hat sie schon: profil berichtet vom FP-nahen Kärntner Raiffeisendirektor Klaus Pekarek, er sehe sich als Erfinder des Modells.

Die Stiftungsidee für den ORF freilich kommt von einem Grünen ganz ohne Giebelkreuz: Pius Strobl, damals ORF-Kurator der Grünen, schlug derlei 1996 (statt einer erst von der VP, dann wiederum von der SP favorisierten Aktiengesellschaft) vor.

profil bringt Pekarek wieder als möglichen Kaufmännischen ORF-Direktor in einer weiteren Amtszeit von General Gerhard Weis ins Spiel. ORF-intern werden längst auch Namen für weitere Führungsfunktionen gehandelt: Monika Lindner soll diesen Ondits zufolge als neue Informationsintendantin aus dem Landesstudio Niederösterreich Norbert Gollinger als zentralen ORF-Chefredakteur mitbringen. Als Radiointendant ist Kurt Rammerstorfer (derzeit Oberösterreichischer Landesintendant) im Gespräch. Kolportiert wird auch der frühere ORF-Unterhalter und heutige Chef des Wiener Metropols, Peter Hofbauer, als neuer Programmintendant.

Kreuzweise werben

Forderungen an das ORF-Gesetz deponierte am letztmöglichen Tag noch der Fachverband Rundfunk und Telekom der Wirtschaftskammer: Cross-Promotion wie etwa Ö3-Spots im ORF-Fernsehen müsste in die TV-Werbezeit eingerechnet werden. Privatradios zudem im ORF-Fernsehen werben dürfen. Und regionale TV-Werbung dem ORF verboten bleiben.

Die Zukunft öffentlich-rechtlicher Anstalten diskutieren noch bis heute, Dienstag, die EU-Kulturminister in Schweden. Diskutiert werden - nach Beschwerden von Privaten - Leitlinien für die öffentliche Finanzierung dieser Sender über Gebühren. (fid - DER STANDRD, 22.5.2001)

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